Berufe ohne Klischees: Girls' & Boys' Day

Preview
Icon

Girls' & Boys' Day 🚀

Der Tag wird heute oft als „Zukunftstag“ bezeichnet. Er soll dir helfen, einen Beruf nach deinen Talenten zu wählen, nicht nach deinem Geschlecht.

Das Bild zeigt sehr anschaulich eine Veranstaltung zum Thema „Girls’Day und Boys’Day – Zukunftstag für Mädchen und Jungen“. In einer großen, hellen Halle sind viele Stände aufgebaut, die die beiden Aktionstage repräsentieren.

Links befindet sich der Bereich des **Girls’Day**, der klar mit einem großen, lila-blauen Banner gekennzeichnet ist. Dort erkunden viele Mädchen Berufe aus Technik, IT und Handwerk. Sie tragen Schutzhelme und befassen sich an technischen Arbeitsstationen mit Werkbänken, Lötgeräten und Robotik-Armen. Auf einem Plakat steht „Technik, IT & Handwerk entdecken“. Der Hintergrund zeigt Bilder aus technischen Arbeitsfeldern. Es ist zu sehen, dass die Mädchen konzentriert und mit Interesse arbeiten, unterstützt von Betreuerinnen und Betreuern.

Rechts ist der Bereich **Boys’Day** mit einem großen, orange-grünen Banner. Hier werden die Jungen an soziale, gesundheitliche und pädagogische Berufe herangeführt. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit einem Mikroskop oder spielen mit kleinen Kindern in einer Kinderspielecke. Auf einem Plakat steht „Soziales, Gesundheit & Erziehung kennenlernen“. Einige Jungen tragen Arztkittel oder Pflegekleidung, was darauf hindeutet, dass sie medizinische oder pflegerische Aufgaben ausprobieren.

In der Mitte des Bildes, unter einem Banner mit der Aufschrift „Zukunftstag – Für alle Berufe offen“ und einer kleinen Rakete, sieht man viele Jugendliche, die sich austauschen, informieren oder die Stände wechseln. Bunte Luftballons schmücken die Szene, wodurch die Veranstaltung einen freundlichen und einladenden Charakter bekommt.

Das Bild transportiert sehr gut die Botschaft des Zukunftstags: Jungen und Mädchen werden ermutigt, Berufe zu entdecken, in denen ihr jeweiliges Geschlecht noch unterrepräsentiert ist. Gleichzeitig lädt die Atmosphäre dazu ein, Neues auszuprobieren und eigene Talente und Interessen zu erkunden. Das Ziel, Klischees aufzubrechen und neue Perspektiven zu eröffnen, wird hier optisch hervorragend dargestellt.

📝 Arbeitsauftrag: Lies den folgenden Text aufmerksam. Beantworte anschließend die Fragen.

Girls’Day und Boys’Day – Zukunftstag für Mädchen und Jungen 🚀

Was sind der Girls’Day und Boys’Day?

Der Girls’Day und der Boys’Day sind bundesweite Aktionstage zur Berufsorientierung für Schüler:innen ab Klasse 5. An diesem Tag besuchen Jugendliche Betriebe, Hochschulen oder andere Einrichtungen und lernen Berufe kennen, die sie im Alltag oft nicht wahrnehmen. Ziel ist es, neue Berufsfelder zu entdecken und eigene Stärken besser kennenzulernen. 🎓

Am Girls’Day schnuppern Mädchen vor allem in Berufe hinein, in denen bisher wenige Frauen arbeiten, zum Beispiel in Technik, IT, Handwerk, Naturwissenschaften oder Industrie. Am Boys’Day ist es umgekehrt: Jungen lernen Berufe kennen, in denen Männer unterrepräsentiert sind, etwa in Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen, in der Sozialarbeit oder Verwaltung.

Hintergrund und Geschichte 📚

Der erste Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag fand 2001 in Deutschland statt. Er wurde von Politik, Verbänden und Initiativen ins Leben gerufen, um Mädchen für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern. Damals zeigte sich, dass viele Mädchen sich bei der Berufswahl an traditionellen Rollenbildern orientierten und technische Berufe selten in Betracht zogen.

Weil es lange kein entsprechendes Angebot für Jungen gab, wurde später der Boys’Day entwickelt. Seit 2011 findet dieser Jungen-Zukunftstag bundesweit statt. Heute werden Girls’Day und Boys’Day meist am gleichen Tag durchgeführt und zusammen auch „Zukunftstag“ genannt.

Warum ist dieser Tag wichtig? 🌈

Noch immer sind manche Berufe stark von einem Geschlecht geprägt. Viele Mädchen arbeiten später in sozialen oder kaufmännischen Bereichen, viele Jungen in technischen oder handwerklichen Berufen. Das liegt nicht nur an Interessen, sondern auch an Vorbildern, Erwartungen aus dem Umfeld und an Klischees.

Der Girls’Day und Boys’Day sollen zeigen: Jeder Beruf steht allen offen – unabhängig vom Geschlecht. Die Jugendlichen können an diesem Tag:

  • neue Berufe praktisch ausprobieren
  • mit Auszubildenden, Studierenden und Fachkräften sprechen
  • Fragen zu Ausbildung, Studium und Arbeitsalltag stellen
  • herausfinden, was zu ihren Talenten und Wünschen passt 💡

So hilft der Zukunftstag dabei, Klischees aufzubrechen und mehr Chancengleichheit in der Arbeitswelt zu schaffen. Gleichzeitig lernen Betriebe frühzeitig mögliche Fachkräfte von morgen kennen.

Wann finden der Girls’Day und Boys’Day statt? 🗓️

Der Girls’Day und Boys’Day finden einmal im Jahr, meist im April, als gemeinsamer bundesweiter Aktionstag statt. Schulen stellen die Schüler:innen dafür in der Regel vom Unterricht frei, damit sie an Angeboten von Betrieben, Hochschulen oder Einrichtungen teilnehmen können.

Viele Jugendliche entdecken an diesem Tag Berufe, an die sie vorher nie gedacht hätten – ein wichtiger Schritt in Richtung eigener Zukunft. 🚀

📝Arbeitsauftrag: Schaue dir die Tabelle an. Was fällt dir bei diesen Zahlen auf? Welches Berufsfeld überrascht dich am meisten oder überraschen dich die Zahlen nicht? Spekuliere kurz mit einem Partner / einer Partnerin, warum die Zahlen so ausfallen.

Berufsfeld Frauenanteil in % Männeranteil in %
Informatik / IT 18 % 82 %
Erziehung / Soziale Arbeit 83 % 17 %
Metall- & Elektroberufe 10 % 90 %
Gesundheits- & Krankenpflege 80 % 20 %

✒️ Hier findest du Platz für Notizen.

📝 Reflexionsaufgabe: Lies den folgenden Text aufmerksam. Welche Vorurteile sind entstanden? Wie würdest du der Person erklären, warum der Job wichtig und modern ist?

Berufsporträt: „Mehr als nur Basteln und Pausenklingel“

Lerne Daniel kennen. Er ist 29 Jahre alt und arbeitet in einem Beruf, der häufig als „typisch weiblich“ gilt.

„Hallo, ich bin Daniel und arbeite als Grundschullehrer. Als ich meinem Freundeskreis von meinem Berufswunsch erzählt habe, meinten einige: ‚Grundschule? Das ist doch eher was für Frauen. Willst du nicht lieber Gymnasiallehrer werden?‘ Aber mir war klar: Ich möchte dort unterrichten, wo Kinder ihre ersten wichtigen Schulerfahrungen machen.

In meinem Kollegium sind wir 18 Lehrer:innen, davon nur drei Männer. Anfangs war ich unsicher, ob ich in dieses Team passe. Heute weiß ich: Vielfalt tut der Schule gut. Die Kinder erleben mich beim Vorlesen, beim Mathe erklären, auf dem Pausenhof und im Klassenzimmer – als geduldigen Zuhörer, aber auch als konsequenten Ansprechpartner.

Besonders Jungen sagen mir oft, dass sie es toll finden, einen männlichen Lehrer zu haben. Mir ist wichtig zu zeigen: Fürsorge, Geduld und Kreativität sind keine „Frauenfähigkeiten“. Ein Beruf hat kein Geschlecht – entscheidend ist, dass er dich erfüllt.“

✒️ Notiere dir hier deine Überlegungen.

📝 Zusatzfrage: Warum ist es wichtig, dass auch Männer in der Pflege oder Frauen auf dem Bau arbeiten? Diskutiere mit einem Partner / einer Partnerin.

✒️ Notiere dir hier eure Ergebnisse.

Icon

Deine Meinung zählt!

👥 Diskussion im Plenum: Glaubst du, dass es in 20 Jahren noch „typische Männer-“ oder „Frauenberufe“ geben wird? Warum (nicht)?