Essen mit den Jahreszeiten: Die Vorteile regionaler und saisonaler Lebensmittel

4 Pages

Im Supermarkt sind fast alle Obst- und Gemüsesorten das ganze Jahr über verfügbar. Erdbeeren im Winter oder Spargel im Herbst sind keine Seltenheit mehr. Diese ständige Verfügbarkeit wird durch globale Handelswege und moderne Anbaumethoden ermöglicht. Doch immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst dafür, ihre Ernährung an den Jahreszeiten und dem Angebot ihrer Region auszurichten. Eine saisonale und regionale Ernährung hat dabei nicht nur Auswirkungen auf den Geschmack, sondern auch auf die Umwelt und die eigene Gesundheit.

Was bedeutet „saisonal“ und „regional“?

Der Begriff „saisonal“ bezieht sich auf den natürlichen Erntezeitpunkt von Obst und Gemüse in einer bestimmten Klimazone. Jede Pflanze hat ihren eigenen Wachstumszyklus und ist nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr reif für die Ernte. In Deutschland haben beispielsweise Erdbeeren im Frühsommer Saison, während Kürbisse typische Herbstgemüse sind. Kauft man Produkte während ihrer natürlichen Saison, stammen sie oft aus dem Freilandanbau der eigenen Region.
„Regional“ bedeutet, dass Lebensmittel in der Nähe des Ortes erzeugt wurden, an dem sie verkauft und verzehrt werden. Es gibt keine einheitliche Definition für die genaue Entfernung, aber es geht im Kern darum, lange Transportwege zu vermeiden. Regionale Produkte unterstützen die heimische Landwirtschaft und stärken die lokale Wirtschaft. Oft gehen Saisonalität und Regionalität Hand in Hand, denn was gerade in der Region Saison hat, ist frisch auf dem Markt verfügbar.

Ein Plus für die Umwelt und das Klima

Die Entscheidung für regionale und saisonale Lebensmittel ist ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. Lebensmittel, die außerhalb ihrer Saison angeboten werden, müssen entweder aus weit entfernten Ländern importiert oder in energieintensiven Gewächshäusern angebaut werden.

Der Transport von Lebensmitteln über weite Strecken, insbesondere per Flugzeug, ist für einen erheblichen Teil der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Wenn beispielsweise im Winter Trauben aus Südafrika nach Deutschland geflogen werden, entsteht eine große Menge an CO2. Heimische Äpfel, die im Herbst geerntet und verkauft werden, haben eine deutlich bessere Klimabilanz. Aber auch bei regionalen Produkten ist die Saison entscheidend: Eine Tomate, die im Winter in einem beheizten Gewächshaus in der Region wächst, kann durch den hohen Energieverbrauch für Heizung und Beleuchtung eine schlechtere Klimabilanz haben als eine sonnengereifte Tomate aus Südeuropa. Der Kauf von saisonalem Obst und Gemüse aus dem Freilandanbau der eigenen Region ist daher die umweltfreundlichste Wahl.

Mehr Geschmack und Nährstoffe für die Gesundheit

Neben den ökologischen Vorteilen hat eine saisonale Ernährung auch positive Effekte auf die Gesundheit und das Geschmackserlebnis. Obst und Gemüse, das zur optimalen Zeit geerntet wird, kann vollständig an der Pflanze ausreifen. Dadurch entwickelt es sein volles Aroma und schmeckt intensiver. Früchte, die für lange Transportwege unreif geerntet werden müssen, können geschmacklich oft nicht mithalten.

Lange Lager- und Transportzeiten können den Gehalt an licht- und wärmeempfindlichen Vitaminen in Obst und Gemüse deutlich reduzieren.

Frisch geerntete, saisonale Produkte vom Feld nebenan haben nicht nur kürzere Wege, sondern oft auch einen höheren Gehalt an wertvollen Nährstoffen wie Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Wer sich an einem Saisonkalender orientiert, bringt zudem automatisch Abwechslung auf den Teller. Die Ernährung passt sich dem Rhythmus der Natur an und sorgt über das Jahr verteilt für eine vielfältige Zufuhr unterschiedlicher Nährstoffe.