
Im NS-Staat wurde ein klares Bild der Frau vermittelt. Frauen sollten vor allem Mütter und Ehefrauen sein. Ihre Hauptaufgabe war es, Kinder zu bekommen und zu erziehen. Diese Kinder sollten die Zukunft der "Volksgemeinschaft" sichern. Die "Volksgemeinschaft" war eine von den Nationalsozialisten erdachte Gemeinschaft, die nur "arische" Deutsche umfassen sollte. Andere Menschengruppen wurden ausgeschlossen und verfolgt. Der Staat unterstützte große Familien stark. Mädchen wurden im Bund Deutscher Mädel (BDM) auf ihre Rolle als zukünftige Mütter und Ehefrauen vorbereitet. Sie lernten Hauswirtschaft und wurden in der NS-Ideologie geschult.
Das "Mutterkreuz" war eine Auszeichnung für Mütter, die viele Kinder zur Welt brachten. Eine goldene Medaille gab es für acht oder mehr Kinder.
Die Realität sah oft anders aus als die Ideologie. Während die Nationalsozialisten Frauen in die Rolle der Hausfrau drängen wollten, brauchte die Wirtschaft viele Arbeitskräfte. Besonders mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden Frauen in fast allen Bereichen dringend benötigt. Viele Männer kämpften an der Front. Frauen übernahmen ihre Arbeitsplätze in Fabriken, in der Landwirtschaft und in Büros.
Diese Arbeit der Frauen war wichtig für die "Heimatfront". Die "Heimatfront" beschreibt alle Anstrengungen und die Unterstützung des Krieges innerhalb des Landes durch die Zivilbevölkerung. Frauen hielten die Produktion am Laufen und sicherten die Versorgung. Sie arbeiteten auch in Bereichen, die zuvor Männersache waren, zum Beispiel in der Rüstungsindustrie.
Die Rolle der Frauen im NS-Staat war nicht einheitlich, sondern sehr vielfältig. Es gab Frauen, die aktiv das Regime unterstützten.

Sophie Scholl (1943)