Dieses Arbeitsblatt führt euch Schritt für Schritt durch die Analyse der formalen Aspekte eines romantischen Gedichts. Arbeitet in euren Teams und haltet eure Ergebnisse übersichtlich und anschaulich fest. Nutzt den Platz für eigene Notizen und gebt am Ende einen kurzen Wirkungssatz an!
1. Kurze Erklärungen
Reimschema
Das Reimschema beschreibt die Anordnung der Reime am Versende. Häufige Reimschemen:
- Paarreim: aabb
- Kreuzreim: abab
- Umarmender Reim: abba
Reimarten:
- Reiner Reim: Die Endungen klingen genau gleich (Haus/Maus).
- Unreiner Reim: Die Endungen ähneln sich, sind aber nicht identisch (gehen/sehen).
Metrum
Das Metrum ist das Versmaß, also das rhythmische Grundmuster eines Gedichts.
- Jambus: unbetont – betont (xX), z. B.: Ver|stand
- Trochäus: betont – unbetont (Xx), z. B.: Dich|ter
- Anapäst: unbetont – unbetont – betont (xxX), z. B.: Za|u|be|rei
- Daktylus: betont – unbetont – unbetont (Xxx), z. B.: Kö|ni|gin
Hebung: betonte Silbe
Senkung: unbetonte Silbe
Kadenz
Die Kadenz beschreibt die Silbenanzahl am Versende:
- Männliche (stumpfe) Kadenz: Vers endet mit betonter Silbe → „hart, abschließend“
- Weibliche (klingende) Kadenz: Vers endet mit unbetonter Silbe → „weich, ausklingend“
2. Gruppenaufgaben & Leitfragen
Reim-Team
- Markiert am Gedichtende die sich reimenden Wörter.
- Übertragt die Buchstabensymbole (a, b, c, …) bei gleichem Klang.
- Schreib das Reimschema unter jede Strophe!
- Beurteilt, ob es sich um reine oder unreine Reime handelt.
Leitfrage:
Wie wirkt das Reimschema auf den Rhythmus und die Stimmung des Gedichts?
✏️ Platz für kurze Notiz:
Metrum-Team
- Markiert in 2–4 Versen die Hebungen (´) und Senkungen (˘) über den Silben.
- Bestimmt das Grundmetrum (z. B. Jambus, Trochäus…).
- Achtet auf Wechsel oder Störungen im Rhythmus (z. B. Durchbrechungen, Hebungsprall).
Leitfrage:
Welche Wirkung hat das gewählte Metrum auf die Atmosphäre des Gedichts?
✏️ Platz für kurze Notiz:
Kadenz-Team
- Markiert in mehreren Versen das Versende.
- Prüft: Endet der Vers auf eine betonte oder unbetonte Silbe?
- Notiert männliche (x) und weibliche (o) Kadenzen.
Beispiel:
- „Du bist so schön.“ (männlich, x)
- „Im Abendrot verwehn.“ (weiblich, o)
Leitfrage:
Wie beeinflussen die Kadenzen das Lesegefühl oder den Ausdruck des Gedichts?
✏️ Platz für kurze Notiz:
3. Zusammenführung & Wirkungssatz
Am Ende tragt ihr euer Ergebnis auf einem Mini-Plakat oder digitalem Pad zusammen:
- Befund: Notiert übersichtlich eure Analyse (ggf. durch Pfeile, Wörter farblich markieren etc.).
- Wirkungssatz: Formuliert mit der Gruppe einen kurzen Satz zur Wirkung der Form eures Bereichs auf das Gedicht (z. B. „Der regelmäßige Kreuzreim lässt das Gedicht fließend wirken, während der Jambus einen natürlichen Sprachrhythmus erzeugt.“).
Euer Wirkungssatz: