Gruppenarten

Gruppenarten

Zielsetzung:

Ziel des Arbeitsblattes ist es, Schüler:innen einen grundlegenden Zugang zum Begriff der Gruppe zu ermöglichen und ein erstes Verständnis für unterschiedliche Gruppenarten zu entwickeln. Sie erkennen, dass Gruppen den pädagogischen Alltag prägen und sich anhand zentraler Merkmale systematisch unterscheiden lassen. Das Arbeitsblatt legt damit eine fachliche Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit Gruppen im sozialpädagogischen Kontext.


Inhalte und Methoden:

Inhaltlich führt das Arbeitsblatt in den allgemeinen Gruppenbegriff ein und stellt unterschiedliche Gruppenarten anhand zentraler Merkmale vor. Diese Grundlagen werden durch strukturierte Aufgaben gesichert und vertieft. Methodisch kommen ein erklärender Informationstext, Aufgaben zur Überprüfung des Textverständnisses (Wahr-Falsch), eine lebensweltbezogene Reflexionsaufgabe, ein praxisnahes Fallbeispiel aus dem pädagogischen Alltag sowie eine Einordnungs- und Bewertungsaufgabe zum Einfluss von Gruppen auf das eigene Verhalten zum Einsatz. Die Methoden unterstützen sowohl das Verstehen als auch die Anwendung der Inhalte.


Kompetenzen:

  • Grundlegendes Fachwissen zu Gruppen und Gruppenarten
  • Fähigkeit zur Einordnung von Situationen anhand theoretischer Merkmale
  • Textverständnis und strukturierte Auseinandersetzung mit Fachinhalten


Verwandte Inhalte und weiterführende Materialien:

Ergänzend zu diesem Arbeitsblatt stehen im ContentHub für Sozialpädagogik im Lernfeld 2 weitere Materialien zum Themenfeld Gruppe zur Verfügung, die den Einstieg vertiefen und erweitern. Dazu zählen Arbeitsblätter zu Gruppenrollen, zur systematischen Gruppenbeobachtung sowie zu den Phasen der Gruppenentwicklung. Diese Materialien bauen auf den grundlegenden Begriffen und Unterscheidungen auf und ermöglichen eine schrittweise Weiterarbeit am Thema.

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Target group and level

Auszubildende im sozialpädagogischen Bereich

Subjects

Social PedagogyHealth and Social CarePedagogyPsychology

Gruppenarten

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Information zu Gruppenarten

Eine Gruppe bezeichnet einen Zusammenschluss von mehreren Personen, die miteinander in Kontakt stehen und sich an gemeinsamen Regeln oder Zielen orientieren. Gruppen beeinflussen, wie Menschen denken, fühlen und handeln. Je nach Art der Beziehung lassen sich Gruppen in unterschiedliche Gruppenarten einteilen.


📋 Arbeitsauftrag:

Lesen Sie zuerst den Informationstext zu den verschiedenen Gruppenarten und bearbeiten Sie die Vertiefungsaufgaben dazu.


Mitgliedsgruppen und Bezugsgruppen

Mitgliedsgruppen sind Gruppen, in denen eine Person tatsächlich Mitglied ist. Dazu zählen zum Beispiel das Team in einer Kita, eine Schulklasse oder ein Sportverein. Die Zugehörigkeit zu einer Mitgliedsgruppe ist oft klar erkennbar, zum Beispiel durch eine Aufnahme, gemeinsame Aktivitäten oder Regeln. In Mitgliedsgruppen übernehmen die Mitglieder bestimmte Rollen und erfüllen bestimmte Erwartungen. Es gibt festgelegte Strukturen, häufig mit einer Gruppenleitung, und die Zusammenarbeit ist auf gemeinsame Ziele ausgerichtet. Die Verantwortung für Aufgaben und das Einhalten von Gruppenregeln ist deutlich verteilt. Mitgliedsgruppen bieten Orientierung, Sicherheit und Zugehörigkeit, können aber auch Druck erzeugen, sich den Gruppenregeln anzupassen.

Bezugsgruppen sind Gruppen, an denen sich Menschen orientieren, ohne dass sie selbst Mitglied sein müssen. Sie dienen als Vorbild oder Vergleichsmaßstab. Beispielsweise kann für eine angehende Erzieherin das Team einer anderen Kita als Bezugsgruppe dienen, weil sie dort bestimmte Arbeitsweisen oder Werte bewundert. Bezugsgruppen beeinflussen das eigene Denken, Verhalten und die Entwicklung von Werten und Normen. Die Zugehörigkeit ist nicht formal, sondern entsteht durch Identifikation mit den Haltungen und Zielen dieser Gruppe. Bezugsgruppen können motivieren, sich weiterzuentwickeln, und neue Perspektiven eröffnen. Sie spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eigene Einstellungen zu überprüfen oder sich weiterzubilden.

Für angehende Erzieherinnen ist es wichtig zu verstehen, wie Mitgliedsgruppen das tägliche Miteinander und die Zusammenarbeit strukturieren und wie Bezugsgruppen helfen, sich beruflich und persönlich zu orientieren. Beide Gruppenarten prägen Verhalten, Einstellungen und den Umgang mit Verantwortung und leisten einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Entwicklung.

📋Arbeitsauftrag: Entscheiden Sie jeweils, ob die Aussage zutrifft oder nicht.

📋Arbeitsauftrag

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Fallbeispiel

📋 Arbeitsauftrag:

Lesen Sie das Fallbeispiel in Ruhe durch.

Überlegen Sie zunächst für sich selbst, worum es in dem Beispiel geht und was besonders auffällt.

Tauschen Sie sich anschließend im Plenum darüber aus und beschreiben Sie das Fallbeispiel mit Ihren eigenen Worten.

Teamarbeit im Praktikum und neue Impulse

Noah ist im dritten Monat seines Praktikums in der Kita Regenbogen. Jeden Morgen begrüßt er zusammen mit seinen Kolleginnen die Kinder in der Schmetterlingsgruppe. Heute steht ein gemeinsamer Ausflug in den Stadtpark an. Im Gruppenraum bespricht das Team die Aufgaben: Wer packt das Frühstück ein, wer zählt die Kinder, wer übernimmt die Aufsicht auf dem Spielplatz? Noah bekommt von Frau Tran, der Gruppenleiterin, die Aufgabe, beim Anziehen zu helfen und später die Jüngsten im Blick zu behalten. Schon beim Losgehen achtet jeder darauf, dass alle Kinder dabeibleiben. Im Bus machen sie gemeinsam ein Liedspiel, bei dem alle mitmachen. Noah weiß, dass er sich an die festgelegten Absprachen halten muss, damit alles reibungslos klappt. Er spürt, wie eng er mit den anderen Praktikantinnen, Erzieherinnen und Kindern verbunden ist und wie selbstverständlich jeder seinen Teil beiträgt, damit die Gruppe sicher und fröhlich unterwegs ist.

Am Nachmittag, nach dem Ausflug, entdeckt Noah auf Instagram einen Beitrag einer Kita in einer anderen Stadt. Das Team dort hat ein neues Projekt zum Thema Naturfarben gestaltet. Die Fotos zeigen, wie die Kinder draußen Blätter sammeln und daraus Farben für ihre Kunstwerke herstellen. Besonders die offene Haltung der Fachkräfte beeindruckt Noah: Sie scheinen den Kindern viel Freiraum zu lassen und begleiten deren Ideen mit viel Geduld. Spontan schickt Noah den Link an seine Kollegin Samira und schreibt dazu: „Schau mal, das könnten wir vielleicht auch mal versuchen!“ Noah merkt, wie ihn der Einblick in die Arbeit der anderen inspiriert. Er denkt darüber nach, wie er manche Dinge selbst anders machen möchte und welche neuen Ideen er vielleicht im nächsten Teamgespräch vorschlagen könnte.

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Reflexion

Bringen Sie die folgenden Gruppen in eine Reihenfolge danach, wie stark sie Ihr eigenes Verhalten beeinflussen.

Vergeben Sie dabei die Zahlen von 1 bis 5:

1 = sehr großer Einfluss, 5 = geringer Einfluss.

Überlegen Sie anschließend, zu welcher Gruppenart jede Gruppe gehört, und ordnen Sie sie entsprechend zu.

Gruppe Einfluss (1–5) Gruppenart (Mitgliedsgruppen / Bezugsgruppen)
Sportverein
Freunde
Team einer Kita
Familie
Influencer