Ethische Prinzipien und das Spannungsfeld von Autonomie und Fürsorge
Zielsetzung: Das übergeordnete Lernziel ist die Sensibilisierung für die Wahrung der Menschenwürde in schambesetzten Pflegesituationen. Die Lernenden sollen befähigt werden, das Spannungsfeld zwischen der Autonomie der Patient:innen und der pflegerischen Fürsorge ethisch zu reflektieren, normative Quellen (wie den ICN-Ethikkodex) anzuwenden und professionelle Handlungsstrategien zur Deeskalation und Enttabuisierung zu entwickeln.
Inhalte und Methoden: Das Arbeitsblatt behandelt die ethischen Grundlagen der Pflege am Beispiel der Inkontinenzversorgung. Die methodische Umsetzung erfolgt über:
- Empathie-Aktivierung: Partnerarbeit zur Reflexion von Gefühlen wie Scham und Ekel aus Patient:innen- und Pflegekraftperspektive / Normative Textarbeit: Recherche und Analyse des ICN-Ethikkodex und der Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen
- Rollenspiel & Kommunikation: Erarbeitung und Erprobung von Rollenskripten, die den Kontrast zwischen würdevoller und missachtender Pflege (verbale/nonverbale Zeichen) verdeutlichen
- Strukturierte Diskussion: Stationengespräche über Paternalismus, Gewalt in der Pflege und den mutmaßlichen Willen
- Visualisierung: Erstellung eines Schaubilds zur Darstellung der Zusammenhänge zwischen Autonomie, Fürsorge und rechtlichem Rahmen
Kompetenzen:
- Ethische Reflexionskompetenz: Fähigkeit, moralische Dilemmata im Pflegealltag zu erkennen und auf Basis normativer Kodizes zu begründen
- Kommunikative Kompetenz: Anwendung schammindernder Kommunikation und Techniken zur Affektregulation
- Sozial-empathische Kompetenz: Perspektivwechsel zur Wahrung der Intimsphäre und Förderung der Selbstbestimmung der Patient:innen
- Methodenkompetenz: Transfer von theoretischem Wissen (Recht/Ethik) in praktische Handlungsalgorithmen und Visualisierungen
Zielgruppe und Niveau:
Berufsschule
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Target group and level
Auszubildende im Pflegeberuf
Subjects
Ethische Prinzipien und das Spannungsfeld von Autonomie und Fürsorge

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Normative Grundlagen & die Sicht des Patienten / der Patientin
Zwischen Scham und Würde – Ethische Orientierung in der Pflege
Arbeitsauftrag Partnerarbeit: Aktivierung & Empathie: Versetzen Sie sich in die Lage eines Patienten / einer Patientin mit Stuhlinkontinenz. Notieren Sie sich stichpunktartig, welche Gefühle (z. B. Scham, Angst vor Selbstverlust) und Widerstände (Ekel) sowohl auf Seiten des Patienten / der Patientin als auch auf Ihrer Seite als Pflegekraft entstehen könnten.
Tragen Sie ein.
Arbeitsauftrag Partnerarbeit: Textarbeit & normative Quellen: Lesen Sie Auszüge aus dem ICN-Ethikkodex und der Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen. Nutzen Sie dafür das Internet. Filtern Sie diejenigen Passagen heraus, die konkret vorschreiben, wie die Würde des Patienten / der Patientin in dieser Fallsituation gewahrt werden kann.
Hinweis zu den Auszügen:
ICN-Ethikkodex
- Element 1: Pflegende und ihre Mitmenschen
- Element 2: Pflegende und die Berufsausübung
Charta der Rechte
- Artikel 1: Selbstbestimmung und Hilfe zur Selbsthilfe
- Artikel 2: Körperliche und seelische Unversehrtheit, Freiheit und Sicherheit
- Artikel 3: Privatheit
Tragen Sie ein.

Rollenskript: Inkontinenzversorgung unter Wahrung der Würde
Arbeitsauftrag: Ergänzen Sie das vorhandene Rollenskript zur Inkontinenzversorgung um die Aspekte der Kommunikation:
- Welche verbalen und nonverbalen Zeichen setzen Sie, um Scham zu mindern?
- Wie integrieren Sie Maßnahmen zur eigenen Affektregulation (Umgang mit Ekel/Wut), um professionell zu bleiben?
Rollenskript: Inkontinenzversorgung unter Wahrung der Würde
Situation: Herr Demir (76, mobil eingeschränkt, Diabetes) bittet schüchtern um Hilfe beim Wechseln seiner Inkontinenzvorlage. Pflegekraft Alex (nicht-binär, Auszubildende:r) kommt ins Zimmer.
Szene 1: Kontaktaufnahme und Vertrauensaufbau
Alex (klopft an und öffnet vorsichtig die Tür):
„Guten Morgen, Herr Demir. Ich bin Alex aus der Pflege. Möchten Sie, dass ich die Tür einen Moment schließe, damit wir ungestört sind?“
Herr Demir (leise, vermeidet Blickkontakt):
„Ja, bitte… Es ist mir sehr unangenehm. Ich… brauche Hilfe.“
Alex (stellt sich sichtbar vor das Bett, spricht ruhig und respektvoll):
„Danke, dass Sie Bescheid sagen, Herr Demir. Es ist absolut in Ordnung, um Unterstützung zu bitten. Ich bin da, um Ihnen zu helfen, damit Sie sich gleich wieder wohler fühlen.“
Szene 2: Vorbereitung und Gespräch über Scham
Alex (bereitet Materialien vor, spricht dabei offen):
„Ich hole eben frische Handschuhe, eine neue Vorlage und warmes Wasser. Wollen Sie mir sagen, ob Sie lieber selbst mithelfen möchten oder ob ich alles übernehmen soll?“
Herr Demir (unsicher):
„Ich… würde gern ein bisschen helfen, aber ich weiß nicht, wie…“
Alex (ermutigend, lächelt):
„Das ist prima, Sie sagen mir einfach, was Ihnen angenehm ist. Wir machen das zusammen in Ihrem Tempo. Es ist etwas ganz Normales – viele Menschen erleben das. Es ist nichts, wofür Sie sich schämen müssen.“
Szene 3: Durchführung und Schutz der Intimsphäre
Alex (zieht einen Paravent heran, legt ein Handtuch bereit):
„Ich schütze erstmal Ihre Intimsphäre mit dem Handtuch, dann müssen Sie sich nicht bloßgestellt fühlen. Ich erkläre Ihnen jeden Schritt, bevor ich etwas mache. Möchten Sie sich ein bisschen auf die Seite drehen? Ich helfe Ihnen dabei.“
Herr Demir (versucht mitzudrehen, nickt dankbar):
„Ja… danke.“
Alex (während der Versorgung):
„Das Wasser ist angenehm warm – bitte sagen Sie, wenn es zu heiß oder zu kalt ist. Ich mache jetzt die Vorlage vorsichtig ab und reinige Sie sanft. Sie dürfen jederzeit Stopp sagen, wenn Sie eine Pause brauchen.“
Szene 4: Abschluss und Wiederherstellung von Selbstbestimmung
Alex (schließt die Versorgung ab, hilft beim Ankleiden):
„So, Herr Demir, jetzt ist alles wieder sauber und frisch. Möchten Sie vielleicht noch etwas Deo oder Ihre Lieblingscreme verwenden?“
Herr Demir (sichtlich erleichtert):
„Ja, bitte. Die Lavendelcreme, wenn es geht. Danke, Alex. Sie sind sehr vorsichtig gewesen.“
Alex (lächelt zugewandt):
„Das freut mich. Es ist mir wichtig, dass Sie sich wohlfühlen. Möchten Sie jetzt noch etwas trinken oder brauchen Sie noch Unterstützung beim Aufstehen?“
Herr Demir:
„Ein Glas Wasser wäre nett. Und… danke, dass Sie so freundlich waren.“
Alex:
„Sehr gern, Herr Demir. Ich bin gleich wieder da mit dem Wasser.“
Welche verbalen und nonverbalen Zeichen setzen Sie, um Scham zu mindern?
Wie integrieren Sie Maßnahmen zur eigenen Affektregulation (Umgang mit Ekel/Wut), um professionell zu bleiben?

Spannungsfelder & rechtlicher Rahmen
Autonomie vs. Fürsorge – Wo beginnt Gewalt?
Stationendiskussion: Die Lehrkraft hat verschiedene Texte vorbereitet und hat diese auf mehrere Tische verteilt. Diskutieren Sie an den verschiedenen Tischen die folgenden Begriffe und notieren Sie zentrale Argumente. Besprechen Sie diese anschließend im Plenum.
Notieren Sie hier Ihre gesammelten Argumente.

Schaubild erstellen
Visualisierung der Argumentationslinien: Erstellen Sie ein Schaubild (Strukturbild), das den Zusammenhang zwischen Autonomie, Fürsorge, mutmaßlichem Willen und Paternalismus darstellt. Nutzen Sie Symbole, um das Spannungsfeld zu verdeutlichen.
Schaubild

Abschluss und Reflexion
Recht & Reflexion
Abschlussdiskussion: „Patient:innenwillen akzeptieren vs. berufliches Pflichtgefühl“. Positionieren Sie sich: Darf man den Willen des Patienten / der Patientin beugen, um die körperliche Hygiene (Auftragserfüllung) sicherzustellen? Begründen Sie Ihre Haltung ethisch und rechtlich.
HIER FINDEST DU DIE TEXTE FÜR DIE STATIONENARBEIT! - Spannungsfelder & rechtlicher Rahmen
(Für-)Sorge vs. Selbstbestimmung in der Inkontinenzversorgung
Die Inkontinenzversorgung stellt Pflegefachpersonen und pflegebedürftige Menschen vor besondere Herausforderungen. Im Spannungsfeld zwischen (Für-)Sorge und Selbstbestimmung gilt es, eine individuelle und respektvolle Unterstützung zu gewährleisten.
Grundsätze der (Für-)Sorge
- Ziel: Schutz, Sicherheit und Wohlbefinden der betroffenen Person
- Sensibler Umgang mit dem schambehafteten Thema Inkontinenz
- Wahrung der Intimsphäre durch:
- Abdecken und Schaffen von Rückzugsmöglichkeiten beim Toilettengang
- Gespräche in geschützter, ruhiger Atmosphäre
- Empathische Gesprächsführung bei der Anamnese
- Unterstützung bei Hygiene, um Komplikationen wie Infektionen zu vermeiden
- Regelmäßige Erinnerung an Toilettengänge, besonders bei eingeschränkter Orientierung
Aspekte der Selbstbestimmung
- Förderung der Eigenständigkeit und Entscheidungsfreiheit
- Individuelle Einschätzung der Fähigkeiten zur Kompensation der Inkontinenz:
- Eigenständige Toilettengänge ermöglichen (z. B. durch Hilfsmittel, angepasste Kleidung)
- Auswahl und Anwendung von Inkontinenzmaterialien nach eigenen Wünschen
- Einbezug der betroffenen Person in alle Entscheidungen rund um die Versorgung
- Transparentes Informieren über Möglichkeiten und Risiken
- Unterstützung bei der Führung von Miktionsprotokollen und Blasentraining
Herausforderungen und Balance
- Die Balance zwischen (Für-)Sorge und Selbstbestimmung ist abhängig von:
- Grad der körperlichen und kognitiven Einschränkungen
- Persönlichen Werten und Präferenzen der betroffenen Person
- Geschlechtsspezifischen Besonderheiten (z. B. Prostataerkrankungen, Beckenbodenschwäche)
- Gefahr der Fremdbestimmung, wenn Unterstützungsangebote nicht mit der betroffenen Person abgestimmt werden
- Risiko von Überforderung, wenn zu viel Eigenverantwortung zugemutet wird
Praktische Maßnahmen zur Förderung von Selbstbestimmung
- Barrierefreie und gut zugängliche Toiletten
- Individuell angepasste Trainings (Toiletten-, Blasen- und Beckenbodentraining)
- Regelmäßige Reflexion und Anpassung der Versorgung unter Einbezug der Betroffenen
- Gendergerechte Kommunikation und Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Anliegen
Fazit
In der Inkontinenzversorgung ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen (Für-)Sorge und Selbstbestimmung essenziell. Pflegefachpersonen unterstützen Pflegeempfänger:innen dabei, so selbstbestimmt wie möglich mit ihrer Inkontinenz umzugehen, ohne ihre Sicherheit und Würde zu gefährden. Ein respektvoller, gendergerechter und individueller Ansatz steht dabei im Mittelpunkt der Versorgung.
MUSTERLÖSUNG FÜR DIE LEHRKRAFT!!!
Gefühle und Widerstände bei Stuhlinkontinenz – Perspektive Patient:in und Pflegekraft
Gefühle und Widerstände bei Patient:innen:
- Schamgefühl durch Verlust der Kontrolle über die Ausscheidung (bloßgestellt fühlen, Angst vor Entblößung)
- Angst vor Selbstverlust und Abhängigkeit von anderen (Autonomieverlust)
- Ekel gegenüber sich selbst, eigene Ausscheidungen
- Angst vor Stigmatisierung, sozialem Rückzug, Isolation
- Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl
- Unsicherheit, wie sie über das Problem sprechen sollen
- Angst, anderen durch Geruch oder Verschmutzung zur Last zu fallen
- Sorge, die Würde zu verlieren
Gefühle und Widerstände bei Pflegekräften:
- Ekel aufgrund von Geruch, Konsistenz und dem Anblick von Ausscheidungen
- Unsicherheit im Umgang mit der Situation (besonders zu Beginn der Ausbildung)
- Angst, dem/der Patient:in unbeabsichtigt die Würde zu nehmen
- Hemmung, die eigenen Ekelgefühle zu zeigen, um die Würde des Patienten nicht zu verletzen
- Stress durch emotionale Dissonanz (Ekel empfinden, aber professionell und empathisch bleiben müssen)
- Befürchtung, unprofessionell zu wirken, wenn Affekte wie Ekel/Wut auftreten
- Belastung durch wiederholte Konfrontation mit schambehafteten Situationen
- Verantwortungsbewusstsein, die Situation würdevoll zu meistern
ICN-Ethikkodex & Pflege-Charta – Normative Grundlagen zur Wahrung der Würde
ICN-Ethikkodex (Element 1 und 2):
- Pflegefachpersonen haben die Hauptverantwortung gegenüber Menschen, die Pflege benötigen.
- Pflege wird gezielt und kulturell angemessen unter Berücksichtigung der Menschenrechte erbracht.
- Sensibilität gegenüber Wertvorstellungen, Bräuchen und Überzeugungen der Patient:innen ist essenziell – ohne Vorurteile und Diskriminierung.
- Respekt, Empathie, Fürsprache, Vertraulichkeit und Schutz der Privatsphäre sind zentrale Werte.
- Pflegefachpersonen müssen die Würde des/der Patient:in achten und schützen.
Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen:
- Artikel 1: Jeder Mensch hat das Recht auf Hilfe zur Selbsthilfe und Unterstützung für ein möglichst selbstbestimmtes Leben.
- Artikel 2: Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit, Freiheit und Sicherheit.
- Artikel 3: Recht auf Wahrung und Schutz der Privat- und Intimsphäre.
- Pflege muss am persönlichen Bedarf ausgerichtet, respektvoll und die Individualität achtend erfolgen.
- Die Privatheit und Selbstbestimmung müssen jederzeit gewahrt bleiben, insbesondere bei intimen Verrichtungen wie der Inkontinenzversorgung.
Konkrete Vorschriften zur Wahrung der Würde:
- Pflege findet unter Wahrung der Intimsphäre statt (z. B. Paravent nutzen, Tür schließen).
- Die Entscheidung des/der Patient:in, wie viel Selbstbeteiligung gewünscht ist, wird respektiert.
- Jeder Schritt wird erklärt, der/die Patient:in wird einbezogen und kann jederzeit Stopp sagen.
- Kommunikation findet wertschätzend und empathisch statt.
Rollenskript: Kommunikation und Affektregulation in der Inkontinenzversorgung
Verbale und nonverbale Zeichen zur Minderung von Scham:
- Ruhige, respektvolle Begrüßung und Vorstellung, Angebot die Tür zu schließen
- Blickkontakt vermeiden, wenn es die Scham reduziert, gleichzeitig zugewandte Haltung
- Ruhige und empathische Sprache, betonen, dass das Anliegen normal und nichts ist, wofür man sich schämen muss
- Patient:in wird gefragt, ob und wie sie/er mithelfen möchte (Selbstbestimmung fördern)
- Intimsphäre schützen (z. B. Paravent, Handtuch), jeden Schritt ankündigen und erklären
- Ermutigung, Tempo und Pausen werden vom Patienten vorgegeben
- Positive Rückmeldung und Wertschätzung („Danke, dass Sie Bescheid sagen“, „Es ist absolut in Ordnung, um Unterstützung zu bitten“)
- Nach der Versorgung Wahlmöglichkeiten anbieten (z. B. Lieblingscreme, Getränk)
- Am Ende positive Verstärkung („Es ist mir wichtig, dass Sie sich wohlfühlen“)
Maßnahmen zur eigenen Affektregulation (Umgang mit Ekel/Wut):
- Kognitives Umprogrammieren: Den Fokus auf die Hilfestellung für den Menschen richten, nicht auf das Ekelgefühl („Ich möchte diesem Menschen helfen“)
- Eigene Ekelgefühle akzeptieren, aber nicht zeigen, um die Würde des/der Patient:in zu schützen
- Schutzkleidung und ggf. Duftaromen nutzen, um körperliche Distanz zu schaffen
- Bei Bedarf kurze Auszeit oder bewusste Distanzierung nach der Situation (z. B. an die frische Luft gehen)
- Austausch im Team über belastende Situationen, um Stress abzubauen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln
- Bewusst ruhige und kontrollierte Atmung, um Stress und Ekel abzubauen
- Professionelles Auftreten wahren, auch wenn kurzfristig Ekel empfunden wird
Musterlösungen zu den Aufgaben
1. Gefühle und Widerstände bei Stuhlinkontinenz: Patient:in und Pflegekraft
- Patient:in: Scham, Angst, Ekel, Angst vor Abhängigkeit und Stigmatisierung, Unsicherheit, Schuld
- Pflegekraft: Ekel, Unsicherheit, Angst vor Würdeverletzung, Stress, emotionale Dissonanz, Belastung, Verantwortungsbewusstsein
2. Normative Grundlagen – ICN-Ethikkodex und Charta der Rechte
- Wesentliche Passagen:
- Pflegefachpersonen achten und schützen die Würde und Privatsphäre der Patient:innen.
- Selbstbestimmung und Hilfe zur Selbsthilfe sind zu fördern (Artikel 1, Charta).
- Körperliche und seelische Unversehrtheit, Schutz der Privatheit (Artikel 2 und 3, Charta).
- Pflege ist respektvoll, empathisch und ohne Diskriminierung zu erbringen (ICN-Ethikkodex).
3. Kommunikation und Affektregulation in der Inkontinenzversorgung
- Verbale und nonverbale Zeichen: Ruhige, wertschätzende Ansprache, Schutz der Intimsphäre, Einbeziehen des Patienten, positive Verstärkung, Wahlmöglichkeiten anbieten.
- Affektregulation: Kognitives Umprogrammieren, Akzeptanz der eigenen Gefühle, Schutzkleidung, kurze Pausen, Austausch im Team, bewusste Distanzierung, professionelle Haltung bewahren.