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Black Friday auf dem Prüfstand: Fakten für die Debatte

Die Lernenden recherchieren in Pro- oder Contra-Teams überprüfbare Belege, beurteilen deren Aussagekraft und entwickeln daraus ein gemeinsames Debattenbriefing mit begründeten Argumenten und einer sachlichen Antwort auf einen Einwand.

Gemeinsam für die Debatte recherchieren

Ihr arbeitet zu dritt. Die Lehrkraft teilt euch eine Debattenseite zu: Pro: Wir brauchen den Black Friday oder Contra: Der Black Friday schadet uns und der Umwelt. Ihr vertretet eine Rolle, nicht unbedingt eure persönliche Überzeugung. Fakten stützen Argumente; Wertentscheidungen erfordern zusätzlich eine Abwägung. Euer gemeinsames Produkt ist ein Debattenbriefing. Ihr benötigt Internetzugang und mindestens ein Gerät pro Team.

Orientierung – 5 Minuten

Lest „Vom Befund zum Argument“. Verteilt die Rechercheperspektiven Preise, Handel und Umwelt, sodass jede Person eine übernimmt. Nutzt die Suchideen und Antwortfelder im Recherche- und Debattenheft.

Recherche – 15 Minuten

Beginnt mit euren Startquellen: Preise: M1, Handel: M2, Umwelt: M3. Jede Person öffnet die verlinkte Originalseite und dokumentiert einen konkreten Befund im eigenen Recherchebereich.

Haltet Aussage oder kurzes Zitat, Herausgeber, Titel, Datum beziehungsweise „nicht angegeben“, URL und genaue Fundstelle fest. Prüft Belegart, mögliche Interessen, Bezugsgruppe, Untersuchungsumfang, Zeitraum und Vergleichsbasis, soweit relevant. Begründet eure Einschätzung der Belastbarkeit. Trennt Quellenbefund und eigene Folgerung; notiert auch, was der Beleg nicht zeigt.

Erschließt als Team mindestens eine zusätzliche Quelle durch eigene Suche oder über einen verlinkten Originalbeleg. Dokumentiert auch den Suchweg. Suchtreffer allein sind keine Belege. Ist eine Seite blockiert, sucht eine zugängliche Alternative und notiert die Lücke offen. Erfindet keine Angaben.

Austausch – 8 Minuten

Stellt reihum eure Befunde samt Fundstelle vor. Eine zweite Person prüft, ob der Beleg die vorgeschlagene Behauptung trägt. Die dritte fragt nach einer Grenze oder möglichen Gegenposition. Wechselt diese drei Aufgaben bei jedem Beitrag.

Formulierung – 12 Minuten

Verfasst gemeinsam zwei Argumente für eure Seite, jeweils mit Behauptung, konkretem Beleg mit Quellenverweis, erklärter Verbindung und Geltungsgrenze. Verwendet dafür eure Rechercheeinträge und deren Quellenkennzeichen.

Ergänzt einen möglichst starken Einwand mit Beleggrundlage und eine sachliche Erwiderung. Stellt die Gegenposition fair dar. Alle drei Perspektiven müssen vorkommen – in den Argumenten, beim Einwand oder als offene Frage. Erzwingt keine Aussage, die eure Belege nicht tragen.

Belastungsprobe – 5 Minuten

Wendet die Checkliste im Heft an. Überarbeitet eine konkrete schwache Stelle und dokumentiert die Änderung. Anschließend erklärt jede Person selbstständig kurz, weshalb ein ausgewählter Beleg eine Behauptung stützt und wo seine Grenze liegt. Die vollständige Debatte folgt in einer weiteren Stunde.

Vom Befund zum Argument

Eine private Wertung drückt aus, was jemand gut oder schlecht findet. Eine überprüfbare Behauptung lässt sich anhand von Informationen untersuchen. Ein Beleg liefert dafür eine nachvollziehbare Fundstelle. Ein begründetes Debattenargument verbindet eine Behauptung mit einem passenden Beleg und erklärt, weshalb dieser sie stützt.

Erfundenes Übungsbeispiel – keine echte Befragung:

  • Behauptung: Ein Teil der Befragten wünscht sich längere Bibliotheksöffnungszeiten.
  • Befund: 18 von 30 Befragten äußern diesen Wunsch.
  • Schlussfolgerung und Relevanz: Der Wunsch betrifft mehr als die Hälfte dieser Gruppe. Deshalb sollte er bei einer Entscheidung über Öffnungszeiten berücksichtigt werden.
  • Wertende Forderung: Die Bibliothek sollte länger öffnen.
  • Grenze: Der Befund zeigt weder die Wünsche aller Bibliotheksnutzenden noch, ob längere Öffnungszeiten umsetzbar sind. Er kann die Forderung stützen, erzwingt sie aber nicht. Dafür sind weitere Informationen und eine Abwägung nötig.

Quellencheck vor der Verwendung:

  • Ermittelt Herausgeber und mögliche Interessen.
  • Notiert Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum; fehlt es, schreibt „nicht angegeben“.
  • Prüft: Liegt der Originalbeleg vor oder wird eine fremde Aussage weitergegeben? Verfolgt möglichst den Originalbeleg.
  • Unterscheidet Erhebung, Prognose und Empfehlung: Was wurde untersucht, was vorhergesagt, was geraten?
  • Sucht Bezugsgruppe, Untersuchungsumfang und Zeitraum. Klärt bei Zahlen die Vergleichsbasis und gegebenenfalls den Vergleichszeitraum.
  • Prüft die Passung: Stützt die Fundstelle genau eure Behauptung? Haltet Quellenbefund und eigene Folgerung getrennt fest.

Suchmaschinenschnipsel und unbelegte KI-Ausgaben sind keine Belege. Öffnet die Quelle und prüft die Fundstelle.

M1

Preise und Vergleichszeiträume

Im Ratgeber „Black Friday: So findest Du die besten Angebote“ berichtet Finanztip über eine Untersuchung des Preisvergleichsportals Idealo. Die genannten Zahlen beziehen sich auf den Black Friday 2025. Idealo hat die Untersuchung durchgeführt; Finanztip vermittelt deren Ergebnisse in seinem Ratgeber.

Eine allgemeine Einschätzung des Ratgebers lautet:

Am Black Friday gibt es einzelne wirklich gute Angebote, aber bei Weitem nicht alles ist günstig.

Zum Vergleich mit den Preisen im Oktober enthält der Beitrag diese Angaben in getrennten Auszügen:

79 Prozent der 10.000 untersuchten Produkte günstiger als im Oktober.

Über alle untersuchten Produkte hinweg lag die Ersparnis im Schnitt bei acht Prozent.

Ein weiterer Auszug betrifft den Vergleich mit früheren Tagen im November:

Bei 52 Prozent der untersuchten Produkte gab es 2025 bereits an einem früheren Novembertag einen niedrigeren Preis als am Black Friday.

Auf der Originalseite verlinkt Finanztip die Idealo-Untersuchung. Außerdem erläutert der Ratgeber dort seine Finanzierung durch gekennzeichnete Affiliate-Links.

Finanztip: Black Friday: So findest Du die besten Angebote. Auszüge. https://www.finanztip.de/black-friday/

M2

Prognose und Perspektive des Handels

Am 17. November 2025 veröffentlichte der Handelsverband Deutschland (HDE) eine Pressemitteilung zu Black Friday und Cyber Monday. Darin äußert sich Stephan Tromp, stellvertretender HDE-Hauptgeschäftsführer, zu den Aktionstagen und zum Weihnachtsgeschäft.

Zu Black Friday und Cyber Monday rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) in diesem Jahr mit einem Umsatz in Höhe von 5,8 Milliarden Euro.

Auf Weihnachtseinkäufe entfallen 2025 wie bereits im Vorjahr rund 1,6 Milliarden Euro der Ausgaben an Black Friday und Cyber Monday.

„Black Friday und Cyber Monday setzen in dem für den Einzelhandel so wichtigen Weihnachtsgeschäft wieder spürbare Impulse“, so Tromp weiter.

Die Umfrage wurde im Auftrag des HDE vom IFH Köln durchgeführt. Befragt wurden im Oktober 2025 über 1.000 Online-Shopper.

Handelsverband Deutschland (HDE): Black Friday und Cyber Monday: HDE rechnet zu Aktionstagen mit Umsatz von 5,8 Milliarden Euro – Handelsverband Deutschland (HDE), 17.11.2025. https://einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/14999-black-friday-und-cyber-monday-hde-rechnet-zu-aktionstagen-mit-umsatz-von-5-8-milliarden-euro

M3

Konsumentscheidungen und Umwelt

Der Kauf-Nix-Tag am 29. November 2025 steht in einem Beitrag des Umweltbundesamts im Zusammenhang mit vorweihnachtlichen Rabattaktionen. Das Umweltbundesamt behandelt darin verschiedene Aspekte von Konsumentscheidungen: den Einkaufsort, die beim Kauf verfügbaren Informationen und die Auswahl von Produkten.

Zum Einkaufsort und zur Entwicklung von Innenstädten heißt es:

Der Einkaufsort ist zwar in den meisten Fällen nicht besonders wichtig für die Umweltauswirkungen eines Einkaufs – allerdings fördert der Onlinehandel Nutzungs- und Attraktivitätsverluste von Innenstädten.

An anderer Stelle geht es um Kaufverhalten und Informationen über Produkte:

Preis, Komfort und schnelle Verfügbarkeit bestimmen häufig das Kaufverhalten, während Informationen zu Reparierbarkeit, Lebensdauer oder Herkunft oft fehlen.

Für den Kauf neuer Produkte gibt das Umweltbundesamt diese Empfehlung:

Wenn Sie ein neues Produkt wirklich brauchen oder verschenken wollen, sollte vor Allem auf langlebige, reparierbare und fair sowie ökologisch produzierte Produkte geachtet werden.

Im Abschnitt zum Onlinehandel führt ein Link zu einer UBA-Studie über bislang kaum sichtbare nachhaltige Optionen im Onlinehandel. Dieser Link bietet einen weiteren Rechercheweg zu den im Beitrag angesprochenen nachhaltigen Optionen.

Umweltbundesamt: Kauf-Nix-Tag: Einfach mal innehalten und Konsum hinterfragen, Auszüge. Original: https://www.umweltbundesamt.de/themen/kauf-nix-tag-einfach-mal-innehalten-konsum

Black Friday: Recherchebogen

1. Team und Debattenseite

Tragt euer Team und die zugeteilte Debattenseite ein. Haltet in den Recherchefeldern konkrete Aussagen und Fundstellen fest. Trennt Quellenbefund und eigene Schlussfolgerung. Die Beispielantworten dienen als Orientierung; sie sind keine vorgegebenen Ergebnisse.

Tragt den Namen eures Teams ein.

Haltet fest, welche Debattenseite euch zugeteilt wurde.

Black Friday in Cerdanyola, Spanien, 2015

Black Friday in Cerdanyola, Spanien, 2015

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