Werbegraphiker bei der Arbeit an neuen Plakaten. Die Wirtschaft Westdeutschlands richtet sich für den Tag der Währungsreform ein.

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Wohlstand für alle? Planwirtschaft oder Marktwirtschaft?

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Nach dem Zweiten Weltkrieg stand Deutschland vor den Trümmern seiner Vergangenheit. Inmitten des Kriegschaos entwickelten sich in den beiden deutschen Staaten, der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), zwei grundverschiedene Wirtschaftssysteme: die soziale Marktwirtschaft in der BRD und die Zentralverwaltungswirtschaft, auch Planwirtschaft genannt, in der DDR.

Die soziale Marktwirtschaft der BRD

In der BRD wurde das Konzept der sozialen Marktwirtschaft durch Ludwig Erhard als „Wohlstand für alle“ populär. Hierbei sollten Marktmechanismen frei agieren können, unter der Prämisse, dass sozialer Ausgleich und staatliche Einflussnahme dort greifen, wo der Markt alleine nicht zum Wohl aller führt. Ziel war es, eine dynamische Wirtschaftsentwicklung zu fördern, die gleichzeitig durch soziale Sicherungssysteme ergänzt wird. Dieses Konzept trug maßgeblich zum deutschen "Wirtschaftswunder" bei, einer Zeit rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs, die zu einem erheblichen Anstieg des Lebensstandards und zu Vollbeschäftigung führte.

Die Zentralverwaltungswirtschaft der DDR

Dem gegenüber stand die Planwirtschaft der DDR, in der der Staat alle wesentlichen Wirtschaftsprozesse lenkte. Alle Produktionsmittel waren staatlich und Produktionsziele wie auch die Verteilung von Gütern wurden zentral bestimmt. Das Ziel war eine gleichmäßige Verteilung der Güter und Dienstleistungen auf die gesamte Bevölkerung. Jedoch führten bürokratische Planungsprozesse und eine mangelnde Anpassungsfähigkeit an wirtschaftliche Veränderungen oftmals zu Ineffizienzen, Versorgungsengpässen und einer weniger dynamischen Wirtschaftsentwicklung.

Auswirkungen auf die Lebenswelt der Menschen

In der BRD ermöglichte die soziale Marktwirtschaft einen hohen Lebensstandard, Konsumfreiheit und soziale Absicherung, was zum Zuzug von Gastarbeitern führte, die den Arbeitskräftemangel in einem boomenden Wirtschaftssystem ausgleichen sollten.

In der DDR hingegen sorgte die Planwirtschaft für eine grundlegende Versorgung aller Bürger mit Wohnraum, Bildung und Gesundheitsdiensten. Um den Arbeitskräftemangel auszugleichen, wurden Vertragsarbeiter vor allem aus sozialistischen Ländern angeworben. Allerdings waren die Möglichkeiten für individuellen Konsum und persönlichen Reichtum stark eingeschränkt.

Die Suche nach Wohlstand

Die Frage, ob Planwirtschaft oder Marktwirtschaft zu „Wohlstand für alle“ führen kann, lässt sich nicht einfach beantworten. Während die soziale Marktwirtschaft der BRD zu einem beeindruckenden wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand beitrug, sorgte die Planwirtschaft der DDR für eine staatlich garantierte Grundversorgung und soziale Sicherheit, allerdings um den Preis wirtschaftlicher Dynamik und individueller Freiheiten.

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