
Änderungen der politischen Landkarte Afrikas von 1880 bis 1913
Der europäische Imperialismus
Description
Der europäische Imperialismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert war durch das Bestreben der europäischen Mächte gekennzeichnet, ihre Macht weltweit auszudehnen. Die Industrialisierung in Europa führte zu einem großen Bedarf an Rohstoffen, neuen Absatzmärkten und Investitionsmöglichkeiten. Europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland suchten nach neuen Märkten, um ihre Produkte zu verkaufen und Rohstoffe zu erhalten. Der Sozialdarwinismus, der auf den Ideen von Charles Darwin basierte, diente oft als Rechtfertigung für die imperialistische Expansion. Europäer sahen sich oft als überlegene Rasse, die ihre Kultur anderen Völkern bringen sollte. Politische und militärische Überlegungen spielten ebenfalls eine Rolle. Kolonien wurden oft als Zeichen nationaler Stärke und Prestige betrachtet. Die Mächte wollten auch strategische Vorteile, zum Beispiel durch die Kontrolle wichtiger Seewege.
Die Aufteilung Afrikas
Die Berliner Konferenz von 1884–85 war ein Wendepunkt in der Kolonialpolitik der europäischen Länder. Unter der Leitung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck einigten sich die europäischen Mächte auf bestimmte Regeln zur Kolonisierung Afrikas. Das Prinzip der Effektivität besagte, dass ein Gebiet nur dann als Kolonie anerkannt wird, wenn es effektiv kontrolliert wurde. Diese Konferenz beschleunigte die Aufteilung Afrikas unter den europäischen Staaten. Großbritannien, Frankreich, Belgien, Portugal, Deutschland und Italien waren die wichtigsten Kolonialmächte in Afrika. Großbritannien erweiterte seine Macht auf Länder wie Ägypten, den Sudan und das heutige Südafrika. Frankreich beherrschte große Teile West- und Nordafrikas. Belgien errichtete den Kongo-Freistaat. Deutschland erwarb Kolonien wie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia), Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika (heute Tansania).
Koloniale Herrschaftsformen und ihre Auswirkungen
Die europäischen Mächte setzten in ihren afrikanischen Kolonien unterschiedliche Herrschaftsformen durch. Frankreich verfolgte oft eine Politik der Assimilation. Die Kolonien wurden als Erweiterung des französischen Staates betrachtet. Die Bevölkerung wurde kulturell und rechtlich an das französische System angepasst. Großbritannien nutzte meist das System der indirekten Herrschaft. Bestehende lokale Strukturen und Anführer wurden in die Verwaltungsarbeit eingebunden. Die wirtschaftliche und militärische Kontrolle blieb jedoch bei den Briten. Der Imperialismus hatte weitreichende Folgen für die afrikanischen Gesellschaften. Traditionelle Wirtschaftsformen und politische Strukturen wurden zerstört. Viele Menschen wurden gezwungen, auf Plantagen zu arbeiten oder als Soldaten zu dienen. Sie wurden oft schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist der Völkermord an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika. Dieser wurde von der deutschen Kolonialmacht zwischen 1904 und 1908 verübt. Ein herausragendes Beispiel für den Widerstand gegen die europäische Kolonialherrschaft war der Herero-Aufstand von 1904 bis 1907. Die Herero und Nama wehrten sich gegen die brutale Unterdrückung und die Landenteignungen durch die deutschen Kolonialherren. Die deutsche Reaktion auf den Aufstand war äußerst brutal. Unter der Führung von General Lothar von Trotha wurden die Herero und Nama gezielt in die Omahene-Wüste getrieben. Viele Menschen verhungerten oder verdursteten. Dieses Ereignis wird heute als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts betrachtet.
Additional details

Mit Karten arbeiten
Lade eine historische Karte oder Geschichtskarte hoch und erstelle ein Arbeitsblatt für deinen Unterricht.

Mit Schaubildern arbeiten
Lade ein Schaubild hoch und lasse dir das passende Arbeitsblatt für deinen Unterricht erstellen.

Mit historischen Fotografien arbeiten
Lade eine historische Fotografie hoch und lasse dir ein Arbeitsblatt dazu erstellen.

Mit Karikaturen arbeiten
Lade eine Karikatur hoch und lasse dir das passende Arbeitsblatt für deinen Unterricht erstellen.

Ein historisches Ereignis im Profil (Steckbrief)
Nenne ein historisches Ereignis deiner Wahl und lass dir angepasst auf das Niveau deiner Lernenden einen Zeitungsartikel als Erarbeitungsgrundlage erstellen. Die Ergebnissicherung erfolgt durch die Erstellung eines Ereignissteckbriefs. Diese Kombination eignet sich hervorragend als Station für ein Gruppenpuzzle.

Ein historisches Ereignis und seine Folgen (Mindmap)
Lass dir zu den Auswirkungen eines bedeutenden historischen Ereignisses das passende Arbeitsblatt erstellen. Die Erarbeitung erfolgt entlang eines Zeitungsartikels zu den wichtigsten Entwicklungen in Folge eines geschichtsträchtigen Tages. Die Lernenden bekommen die Aufgabe, direkte Folgen sowie mittelfristige gesellschaftliche Auswirkungen herauszuarbeiten und anschließend mittels einer Mindmap verknüpfend zu visualisieren.

Die Hauptakteure eines historischen Ereignisses (Charakterkarten)
Lass dir zu den Hauptfiguren eines historischen Ereignisses das passende Arbeitsblatt erstellen. Die Erarbeitung erfolgt entlang eines Zeitungsartikels zu den wichtigsten beteiligten Personen. Die Lernenden bekommen die Aufgabe die Rolle der Person sowie die angenommenen Motive herauszuarbeiten.

Die Vorgeschichte eines historischen Ereignisses (Zeitstrahl)
Lass dir zur Vorgeschichte eines historischen Ereignisses das passende Arbeitsblatt erstellen. Die Erarbeitung erfolgt entlang eines Zeitungsartikels zu den wichtigsten Stationen im Vorfeld des geschichtsträchtigen Tages. Die Lernenden bekommen die Aufgabe die einzelnen Stationen und Entwicklungen mittels der Vervollständigung eines Zeitstrahls herauszuarbeiten.

Historische Persönlichkeiten
Hintergrundwissen und Übungsaufgaben

Arbeit mit schriftlichen Quellen & Zitaten
Füge ein Zitat einer historischen Persönlichkeit oder eine Zeitzeugenaussage ein und lasse dir ein passendes Arbeitsblatt für deinen Unterricht erstellen.