Gruppenpuzzle: Philosoph:innen und deren Theorien
Zielsetzung: Ziel ist das Erlernen der Gruppenpuzzle-Methode zur eigenständigen Erschließung komplexer philosophischer Denkmodelle. Die Teilnehmenden setzen sich sachlich und kritisch mit philosophischen Grundfragen auseinander und bewerten diese im fachlichen Austausch. Die beispielhaften Inhalte dienen als variables Modell für ein systematisches Methodentraining.
Inhalte und Methoden: Das Arbeitsblatt nutzt ein kooperatives Gruppenpuzzle zur Erschließung philosophischer Kernideen. Nach einer individuellen Spezialisierungsphase vertiefen die Lernenden ihr Wissen in Expert:innenrunden und vermitteln es anschließend in Stammgruppen. Die Ergebnisse werden in einer Tabelle zu Hauptwerken und Thesen systematisiert. Ein fiktives Rollengespräch am Ende setzt die Positionen in einen modernen Kontext. Die gesamte inhaltliche Füllung – sowohl die Auswahl der Philosoph:innen als auch die Theorien – ist dabei als austauschbare Grundlage konzipiert.
Kompetenzen:
- Fachkompetenz: Verständnis zentraler philosophischer Strömungen und die Fähigkeit, komplexe Denkmodelle sachlich zusammenzufassen
- Methodenkompetenz: Beherrschung des Gruppenpuzzles als kooperative Lernform sowie Sicherheit in der zielgerichteten Fachrecherche
- Kritische Urteilskompetenz: Sachliche Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Weltbildern und deren Relevanz für moderne philosophische Theorien
- Sozial- und Kommunikationskompetenz: Verantwortungsvolle Wissensvermittlung in der Peer-Gruppe und Durchführung perspektivischer Rollengespräche
Zielgruppe und Niveau:
Mittel- & Oberstufe
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Target group and level
Mittelstufe & Oberstufe
Subjects
Gruppenpuzzle: Philosoph:innen und deren Theorien

🔎 Entdecke die Welt der Philosoph:innen und deren Theorien
Entdecke die faszinierende Welt der Philosophie, in der bahnbrechende Denker:innen seit Jahrhunderten die Grundfesten unserer Existenz hinterfragen. Von der Natur unseres Verstandes bis hin zur radikalen Freiheit des Einzelnen bieten diese Theorien neue Perspektiven auf unser tägliches Handeln. Tauche ein in ein Geflecht aus logischen Argumenten und visionären Ideen, die bis heute bestimmen, wie wir die Welt und uns selbst verstehen.

HINWEIS FÜR DIE LEHRKRAFT!!!
Verteile die Philosoph:innen auf deine Schüler:innen. In der Gruppenarbeit sollen alle eine:n andere:n Philosoph:in bekommen und zum Experten / zur Expertin des Philosophen / der Philosophin werden.
🔎Arbeitsauftrag: Lies deine zugeteilte Karte aufmerksam. Recherchiere anschließend zu der Person und werden zum Experten / zur Expertin!
Immanuel Kant

Hannah Arendt

Jean-Paul Sartre

Simone de Beauvoir

Dein Recherche-Auftrag: Tauche tief in die Gedankenwelt der Philosoph:innen ein!
Immanuel Kant:
Ergründe, was Kant unter dem 'kategorischen Imperativ' versteht und wie diese Idee die moderne Ethik beeinflusst hat. Suche nach dem zentralen Argument in seinem Hauptwerk 'Kritik der reinen Vernunft' und notiere, welche Rolle die menschliche Vernunft darin spielt.
Hannah Arendt:
Recherchiere, warum Hannah Arendt den Begriff 'Banalität des Bösen' prägte und wie er sich auf ihre Totalitarismustheorie auswirkt. Finde heraus, welche politischen Ereignisse in ihrem Leben ihre Theorien beeinflussten und analysiere die Relevanz ihrer Ideen in der heutigen politischen Landschaft.
Jean-Paul Sartre:
Finde heraus, was Sartre mit der Aussage 'Existenz geht der Essenz voraus' meint und wie diese Philosophie die Existentialismus-Bewegung prägt. Suche in seinem Hauptwerk 'Das Sein und das Nichts' nach den zentralen Fragen zur menschlichen Freiheit und Verantwortung und notiere die Kernpunkte.
Simone de Beauvoir:
Recherchiere, wie Simone de Beauvoir die Geschlechterrollen hinterfragt hat und welche Bedeutung ihre Theorie des Geschlechts als soziales Konstrukt hat. Finde in ihrem Hauptwerk 'Das andere Geschlecht' heraus, welche gesellschaftlichen Strukturen sie kritisiert und analysiere die Auswirkungen ihrer feministischen Theorien auf die heutige Geschlechtergleichheit.
✒️ Hier findest du Platz für deine Recherche.
MUSTERLÖSUNG FÜR DIE LEHRKRAFT!!!
Werke und Einflüsse bedeutender Philosoph:innen
Immanuel Kant
Der kategorische Imperativ und die moderne Ethik
Immanuel Kant entwickelte den kategorischen Imperativ als grundlegendes Prinzip moralischen Handelns. Dieser fordert, dass eine Handlung nur dann moralisch ist, wenn die Maxime, nach der gehandelt wird, als allgemeines Gesetz für alle gelten könnte. Der kategorische Imperativ hat die moderne Ethik maßgeblich geprägt, indem er rationale Prinzipien betont und die Würde des Einzelnen achtet. In seinem Hauptwerk "Kritik der reinen Vernunft" untersucht Kant die Grenzen und Möglichkeiten der menschlichen Erkenntnis, wobei die Vernunft als zentraler Faktor für die Erschließung der Welt betrachtet wird.
Hannah Arendt
Die Banalität des Bösen und ihre Totalitarismustheorie
Hannah Arendt prägte den Begriff der "Banalität des Bösen" im Kontext des Prozesses gegen Adolf Eichmann. Sie argumentierte, dass das Böse nicht nur durch sadistische oder pathologische Handlungen gekennzeichnet ist, sondern auch durch Gleichgültigkeit und Denkverweigerung. Diese Idee ist eng mit ihrer Totalitarismustheorie verbunden, die die subtilen Mechanismen der Macht und Diktatur analysiert. Arendts Theorien sind bis heute relevant, da sie die Gefahren des Totalitarismus und die Bedeutung von moralischer Verantwortung in der Politik aufzeigen.
Jean-Paul Sartre
Existenz geht der Essenz voraus: Die Philosophie des Existentialismus
Jean-Paul Sartre formulierte die Existentialismus-Theorie mit dem Grundsatz, dass die Existenz der Essenz vorausgeht. Dies bedeutet, dass der Mensch zuerst existiert und sich durch seine Entscheidungen und Handlungen definiert. In seinem Werk "Das Sein und das Nichts" untersucht Sartre die ontologischen Grundlagen der Freiheit und Verantwortung, wobei er die Autonomie des Menschen und die Komplexität des Bewusstseins thematisiert. Sartres Ideen betonen die individuelle Freiheit und die Verantwortung des Einzelnen für sein eigenes Leben.
Simone de Beauvoir
Geschlechterrollen als soziales Konstrukt: Eine feministische Perspektive
Simone de Beauvoir hinterfragte traditionelle Geschlechterrollen und entwickelte die Theorie, dass Geschlecht ein soziales Konstrukt ist. In ihrem Hauptwerk "Das andere Geschlecht" kritisiert sie gesellschaftliche Strukturen, die Frauen als das "Andere" definieren und ihre Freiheit einschränken. Beauvoirs feministische Theorien haben die Geschlechtergleichheit maßgeblich beeinflusst, indem sie die Notwendigkeit einer kulturellen und sozialen Veränderung betonten und Frauen ermutigten, ihre Rolle aktiv zu gestalten.
Diese Philosoph:innen haben durch ihre Werke und Theorien entscheidend zur Entwicklung moderner ethischer, politischer und gesellschaftlicher Diskurse beigetragen. Ihre Gedankenwelt bietet wertvolle Einsichten in die Komplexität der menschlichen Existenz und die Struktur unserer Gesellschaft.
👥 Transfer und Vergleich
Arbeitsauftrag: Setzt euch nun mit denen zusammen, die die gleiche Person zugeteilt bekommen haben. Vergleicht eure Recherche-Ergebnisse in der Expert:innengruppe: Habt ihr dieselben Infos gefunden? Gab es unterschiedliche Interpretation der Theorien? Kehrt dann in die Stammgruppe zurück.
✒️ Hier findest du Platz, um Infos zu ergänzen.
👥Arbeitsauftrag: Tauscht euch aus. Füllt mit den gesammelten Informationen die Tabelle aus, sodass ihr zu jedem Philosophen / jeder Philosophin alle wichtigen Infos aufgeschrieben habt.
| Kategorie | Philosoph:in 1 | Philosoph:in 2 | Philosoph:in 3 | Philosoph:in 4 |
|---|---|---|---|---|
| Name und Lebenszeit | ||||
| Merkmale/ Hauptwerk | ||||
| Besonderheiten | ||||
| Ergebnisse der Recherche |
Kreativer Abschluss!
👥Arbeitsauftrag: Diskutiert zunächst in Partnerarbeit und dann gemeinsam in der Lerngruppe! Stellt euch vor, alle vier Philosoph:innen würden sich heute treffen. Worüber würden sie diskutieren? Nutzt eure Recherche-Infos für ein kurzes Rollengespräch.
Diskussionsfragen für ein Treffen der Philosophen
Moral und Verantwortung
- Kant betont die universellen Gesetzmäßigkeiten des moralischen Handelns, während Arendt die Verantwortung des Einzelnen in totalitären Systemen thematisiert. Wie würden beide über die Rolle der individuellen Verantwortung in der heutigen globalisierten Welt diskutieren?
Freiheit und Autonomie
- Sartre und de Beauvoir beschäftigen sich intensiv mit der Freiheit und der Selbstgestaltung des Individuums. Inwiefern könnte ihre Diskussion über die Bedeutung der Autonomie heute neue Perspektiven auf persönliche und gesellschaftliche Freiheit eröffnen?
Erkenntnis und Vernunft
- Kant sieht die Vernunft als zentralen Faktor für die Erschließung der Welt, während Sartre die Komplexität des Bewusstseins betont. Wie könnten beide über die Grenzen und Möglichkeiten der menschlichen Erkenntnis in der digitalen Ära diskutieren?
Geschlechterrollen und soziale Konstrukte
- De Beauvoir kritisiert die gesellschaftlichen Strukturen, die Frauen als das "Andere" definieren, und Arendt analysiert die subtilen Mechanismen der Macht. Welche gemeinsamen Ansätze könnten sie finden, um über die Veränderung von Geschlechterrollen und Machtstrukturen in der heutigen Gesellschaft zu sprechen?
Ethik und Existenzialismus
- Kant und Sartre haben unterschiedliche Ansätze zur Ethik und zum Existenzialismus. Wie könnten sie die Herausforderungen der modernen Ethik in Bezug auf individuelle Freiheit und universelle Prinzipien diskutieren?