Escape Room - Klimakrise

Escape Room - Klimakrise

Zielsetzung: Dieses Arbeitsblatt ist als Escape-Room-Szenario konzipiert, das die Lernenden in das dystopische Jahr 2050 versetzt. Um die Klimakrise zu verhindern, müssen sie Logikrätsel und Aufgaben lösen.

Inhalt und Methoden: Die methodische Struktur folgt einem narrativen „Gamification“-Ansatz, der die Lernenden durch vier aufeinanderfolgende Rätselstationen bzw. Aufgaben führt. In der ersten Aufgabe setzen sich die Lernenden mit einem Video von "simpleclub" auseinander und beantworten inhaltlich passende Fragen. Im Anschluss müssen die Lernenden den Kryo-Kern retten, dafür lösen sie ein Logikrätsel zum gewählten Thema. An diese Aufgabe knüpft das dritte Rätsel an, hier lesen die Lernenden einen Zeitungsartikel zum gewählten Thema und lösen ein dazu passendes Kreuzworträtsel. Abschließend werden die Lernenden aufgefordert in einer persönlichen Nachricht die Menschheit aus dem Jahr 2026 zum Umdenken und Klimaschutz zu bewegen.

Kompetenzen:

  • Naturwissenschaftliches Verständnis
  • Fachterminologie: Die Lernenden verstehen die Präzision des Begriffs „globale Erwärmung“ gegenüber dem allgemeinen „Klimawandel“.
  • Sachkompetenz: Erwerb fundierten Wissens über die Ursachen und Folgen der globalen Erwärmung
  • Methodenkompetenz: Informationsgewinnung aus audiovisuellen Medien (YouTube) und Fachtexten sowie mathematische Problemlösung
  • Urteilskompetenz: Entwicklung einer fundierten Position zum Thema Klimagerechtigkeit und Verfassen eines eindringlichen Appells
  • Kritische Reflexion: Die Lernenden analysieren die besondere Klimawirkung des Flugverkehrs in großen Höhen (Kondensstreifen, Stickoxide) und hinterfragen staatliche Subventionen.

Zielgruppe und Niveau: Ab Klasse 8

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Target group and level

ab Klasse 8

Subjects

GeographyPolitics

Escape Room - Klimakrise

Die Mission

Willkommen im Jahr 2050. Draußen peitscht ein ockerfarbener Sandsturm gegen das Panzerglas deiner Basis, während das Thermometer unerbittliche 48 Grad anzeigt. Die grüne Welt ist einer lebensfeindlichen Ödnis gewichen; Küstenstädte sind versunken, Ackerland ist fast verschwunden.

Du stehst am Terminal der „Aegis-Station“. Als letzter Überlebender der Einheit für temporale Korrekturen musst du Daten durch den „Chronos-Link“ ins Jahr 2026 senden, um die Geschichte zu ändern. Doch eine kryptische Systemsperre blockiert den Sender. Um das Klimaschutzprogramm rückwirkend zu aktivieren, musst du die ökologischen Rätsel des Systems lösen. Nur wer die Ursprünge der Katastrophe versteht, kann das Zeitportal öffnen. Die Aggregate vibrieren gefährlich – die Zeit läuft ab. Handle jetzt und rette die Welt, bevor der Albtraum endgültig wird.

🌍 Rätsel 1: Das Fundament des Zerfalls

Deine Hände zittern, während der Sand gegen die Station peitscht. Du spürst die drückende Hitze und die Angst: Wenn du scheiterst, bleibt diese Wüste das Ende der Menschheit. Plötzlich flackert das Terminal auf. Ein uraltes Video aus dem Jahr 2024 beginnt zu spielen. Du siehst lachende Menschen und grüne Wälder – eine Welt, die für dich wie ein Märchen wirkt.

Nachdem das Video endet, herrscht Totenstille. Dann erscheint ein blinkender Cursor auf tiefschwarzem Grund. Das System flüstert fast: „Um die Zukunft zu ändern, musst du verstehen, was sie zerstört hat.“

📋 Wähle die richtige Antwort aus.

Ein grünes Blinken am Terminal bestätigt deine letzte Antwort. Doch statt des Senders entriegelt sich mit einem metallischen Knallen eine schwere Stahltür. Das Licht wechselt zu einem pulsierenden Rot.

Du betrittst den „Kryo-Kern“, das biologische Archiv. Hier lagern die letzten Samen der Erde, doch die Kühlung versagt. Eisiger Nebel quillt aus den Schächten. An einer beschlagenen Glaskapsel entdeckst du das nächste Rätsel: Jemand hat eine Botschaft direkt in das schmelzende Frostmuster geritzt. Während die kostbare Fracht hinter dem Glas unwiderruflich auftaut, wird die Schrift lesbar. Die Zeit drängt – stirbt dieser Kern, stirbt jede Hoffnung auf ein Morgen.

🌍 Rätsel 2: Die Bilanz des Schweigens

Hinter dem beschlagenen Glas der Saatgut-Kapsel erkennst du folgende Zeilen, die mühsam in das Eis geritzt wurden:

Ein Team von Forscher:innen hat alarmierende Daten zur globalen Entwaldung im Jahr 2024 gesammelt. Ihre Analyse zeigt, dass pro Minute eine Regenwaldfläche von etwa 3 Fußballfeldern, was ungefähr 2,1 Hektar entspricht, vernichtet wird. Ihre Daten belegen zudem, dass ein Hektar dieses dichten Waldes durchschnittlich 250 Tonnen Kohlenstoff speichert.

Um ein automatisches Warnsystem für besonders gefährdete Gebiete zu kalibrieren, müssen die Forscher:innen einen Code generieren, der auf den Auswirkungen von genau einer Stunde basiert:

  • Wie viele Hektar Wald gingen in 60 Minuten verloren? (= A)
  • Wie viele Tonnen Kohlenstoff werden durch die Abholzung in dieser einen Stunde potenziell in die Atmosphäre freigesetzt? (= B)

Der finale System-Code lautet: B - (A x 100).

Notizen

👩‍🏫Hinweis für Lehrkräfte

Hier befindet sich der Lösungsweg für das Rätsel.

Schritt 1: Berechnung der in 60 Minuten verlorenen Waldfläche (A)

Zuerst ermitteln wir, wie viele Hektar Wald in einer Stunde (60 Minuten) verloren gehen. Wir wissen, dass pro Minute 2,1 Hektar vernichtet werden.

  • Berechnung: 2,1 Hektar/Minute × 60 Minuten = 126 Hektar
  • Ergebnis: A = 126

Schritt 2: Berechnung der freigesetzten Kohlenstoffmenge (B)

Als Nächstes berechnen wir, wie viel Kohlenstoff durch die Abholzung von 126 Hektar Wald freigesetzt wird. Jeder Hektar speichert 250 Tonnen Kohlenstoff.

  • Berechnung: 126 Hektar × 250 Tonnen/Hektar = 31.500 Tonnen
  • Ergebnis: B = 31.500

Schritt 3: Berechnung des finalen System-Codes

Zuletzt setzen wir die ermittelten Werte für A und B in die gegebene Formel ein, um den System-Code zu generieren.

  • Formel: B - (A x 100)
  • Einsetzen der Werte: 31.500 - (126 x 100)
  • Berechnung: 31.500 - 12.600 = 18.900
  • Ergebnis: Der finale System-Code lautet 18900.

Mit einem Klicken rastet der Code ein. Das Zischen stoppt: Die Notkühlung des Kryo-Kerns stabilisiert sich im letzten Moment. Du hast die genetische Bibliothek der Erde gerettet! Du hörst ein Geräusch aus der Ecke. Das Rattern des Druckers bricht die eisige Stille im Kryo-Kern. Ein zerknittertes Papier schiebt sich aus dem Schlitz.

Plötzlich bebt die Station. Ein rotes Warnlicht an der Decke blinkt im Rhythmus deines Herzschlags. Eine mechanische Stimme dröhnt: „Kritischer Energieabfall. Chronos-Link instabil. Evakuierung der unteren Decks eingeleitet.“ Die Tür zum Hauptdeck verriegelt sich – dein einziger Ausweg ist die alte Außenleiter zur Außenplattform. Du schnappst dir das Blatt Papier und läufst los.

Du kletterst nach oben, den Artikel fest in der Faust. Draußen peitscht dir der Sandsturm entgegen, doch das Ziel ist nah: Das Spektrograph-Teleskop. Es wurde programmiert, um nur im Licht der untergehenden Sonne die letzte Sequenz freizugeben. Doch als du durch das Okular blickst, siehst du keine Sterne, sondern nur den Schriftzug "Zugriff verweigert - Passwort eingeben". Dein Blick fällt auf das Blatt Papier aus dem Drucker - es ist ein Zeitungsartikel mit einem Kreuzworträtsel. Vielleicht findest du hier das Passwort.

Rätsel 3: Schlagzeilen von Gestern

Vielleicht hilft dir der Zeitungsartikel, um das Kreuzworträtsel zu lösen. Aber beeil dich, die Zeit läuft dir davon!

Abholzung heizt die Erde an

Die grüne Lunge unseres Planeten ist in Gefahr. Jede Minute verschwinden riesige Waldflächen, insbesondere im Amazonasgebiet, was die bereits spürbare Klimakrise massiv anheizt. Während Wissenschaftler:innen eine globale Erwärmung von über 1°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit messen, beschleunigt der Verlust der Wälder diesen gefährlichen Trend zusätzlich. Bäume sind nämlich gigantische Kohlenstoffspeicher, deren Zerstörung durch Rodung oder Brandstiftung das gespeicherte CO2 freisetzt und so das empfindliche Gleichgewicht unseres Klimasystems stört.

Der wissenschaftliche Zusammenhang ist eindeutig: Wälder binden durch den Prozess der Fotosynthese das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre. Werden sie jedoch gerodet, um Platz für riesige Plantagen oder Viehweiden zu schaffen, entweicht dieser gespeicherte Kohlenstoff wieder und verstärkt den Treibhauseffekt. Schätzungen zufolge ist die Entwaldung für rund zehn Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Hauptursachen sind die Umwandlung von Wald in Agrarflächen für den Anbau von Soja und Palmöl sowie für die Rinderzucht, aber auch illegaler Holzeinschlag trägt zur Zerstörung bei und vernichtet die Lebensräume unzähliger Tier- und Pflanzenarten.

Die Folgen sind verheerend und gehen über CO2-Emissionen hinaus, denn entwaldete Regionen leiden häufiger unter Dürren, da Wälder den Wasserkreislauf regulieren. Expert:innen warnen zudem vor dem Erreichen von Kipppunkten: So droht der Amazonas-Regenwald, von einer Kohlenstoffsenke zu einer Quelle zu werden, was die Erwärmung unumkehrbar anheizen würde. Um dies zu stoppen, sind politische Maßnahmen wie das EU-Gesetz gegen importierte Entwaldung und ein Umdenken im Konsumverhalten dringend erforderlich, um die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu sichern.

Das Kreuzworträtsel ist gelöst, doch die Buchstaben ergeben auf den ersten Blick keinen Sinn. Du starrst auf das Gitter, während der Wind draußen gegen das Glas des Teleskops peitscht. In diesem Moment der Stille, hoch oben auf der Plattform Gamma, trifft dich die Erkenntnis wie ein Geistesblitz.

Es ist kein technischer Code, den das System verlangt. Es ist das eine Wort, das alles zusammenhält, was die Menschheit damals aus den Augen verloren hat. Ein Wort, das über jedem Zeitungsartikel, jeder Debatte und jedem Klimagipfel hätte stehen müssen.

Deine Finger schweben über der verstaubten Tastatur des Terminals. Du tippst es ein, Buchstabe für Buchstabe: KLIMAGERECHTIGKEIT.

In dem Moment, als du das letzte „T“ drückst, geschieht etwas. Das Teleskop über dir beginnt sich mit einem mahlenden Geräusch auszurichten.

Der Datenlink steht – eine instabile, flimmernde Brücke durch die Jahrzehnte zurück in das Jahr 2026. Doch statt technischer Daten erscheint eine blinkende Aufforderung auf dem Schirm: „MENSCHLICHE VALIDIERUNG ERFORDERLICH: HINTERLASSEN SIE EINE PERSÖNLICHE BOTSCHAFT.“

Deine Hände zittern. Du blickst aus dem Fenster auf die zerstörte Welt von heute und weißt, dass dies die letzte Chance ist, die Menschen im Jahr 2026 wachzurütteln.

Ein tiefes Grollen erschüttert die Plattform, als du deine Nachricht bestätigst. Auf dem Bildschirm erscheint in goldenen Lettern: „TRANSMISSION GESTARTET“.

Ein gleißender Lichtstrahl schießt aus dem Objektiv des Teleskops, durchbricht die dichte Staubschicht der Atmosphäre und verliert sich im Zeitgefüge. In diesem Moment wird es unnatürlich still. Der beißende Wind legt sich, und das rötliche Flimmern der Monitore weicht einem sanften, weißen Leuchten.

Du hast es geschafft. Deine Nachricht – dein Appell an die Vernunft und die Gerechtigkeit – rast nun durch die Jahrzehnte, direkt in die Computer und Herzen der Menschen im Jahr 2026. Du spürst ein leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen; die Welt um dich herum beginnt zu verschwimmen. Die Zeitlinie korrigiert sich.

Während sich die Realität auflöst, bleibt ein letzter Gedanke: Du hast der Erde nicht nur Zeit erkauft, sondern eine Stimme gegeben. Der Chronos-Link ist geschlossen. Die Zukunft beginnt jetzt – neu. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen ihre zweite Chance nutzen.