KI-Sucht

KI-Sucht

Zielsetzung: Das Arbeitsblatt dient der Aufklärung über das wachsende Phänomen der Abhängigkeit von künstlicher Intelligenz. Schülerinnen und Schüler sollen sensibilisiert werden, die Grenze zwischen hilfreicher Unterstützung und zwanghaftem Nutzungsverhalten zu erkennen, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und Strategien für eine gesunde Balance zu entwickeln.


Inhalte und Methoden: Die Inhalte sind die Auseinandersetzung mit dem Begriff KI-Sucht, typische Merkmale von Abhängigkeit wie Kontrollverlust, Toleranzbildung und Entzugserscheinungen sowie psychologische und neurobiologische Ursachen. Ergänzt wird dies durch Fallbeispiele zu problematischer und gefährdeter Nutzung, Chancen und Risiken intensiver KI-Anwendung sowie Strategien zur Prävention und zum gesunden Umgang im Alltag. Die Methoden umfassen Selbsttests und Selbsteinschätzungen zum eigenen Nutzungsverhalten, erklärende Informationstexte, vergleichende Fallanalysen, strukturierte Reflexionsphasen zu Warnsignalen und Handlungsmöglichkeiten sowie kreative Transferaufgaben wie das Gestalten von Regel-Postern mit Do’s und Don’ts.


Kompetenzen:

  • Selbstreflexionskompetenz: Fähigkeit, das eigene digitale Nutzungsverhalten kritisch zu bewerten
  • Analysekompetenz: Identifikation von psychologischen Warnzeichen und langfristigen sozialen Folgen einer Sucht
  • Handlungskompetenz: Entwicklung von Nutzungsregeln und Lösungsansätzen zur Wiedererlangung der Selbstkontrolle
  • Gesundheitskompetenz: Verständnis für die Auswirkungen von KI auf die Emotionsregulation und das allgemeine Wohlbefinden


Zielgruppe und Niveau: Ab Klasse 8

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Target group and level

ab Klasse 8

Subjects

non-subject specific contentPsychologyPedagogy

KI-Sucht

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Was ist KI-Sucht?

  1. Tausche dich mit deiner Partnerin oder deinem Partner über den Begriff 'KI-Sucht' aus und entwerft eine erste gemeinsame Definition.
  2. Reflektiert kurz anschließend euer eigenes Nutzungsverhalten.
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Selbsteinschätzung und Analyse

  1. Lies den Informationstext und gib in der Tabelle eine ehrliche Selbsteinschätzung ab.
  2. Analysiere, ob bestimmte Aussagen auf ein potenzielles Suchtrisiko hindeuten könnten, und begründe, weshalb dich ein spezielles Ergebnis überrascht oder in Bezug auf dein eigenes Verhalten nachdenklich stimmt.

KI-Sucht: Die unsichtbare Gefahr der digitalen Abhängigkeit

Die KI-Sucht ist ein relativ neues Phänomen, das durch den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz im Alltag entsteht. Diese Abhängigkeit zeigt sich durch mehrere charakteristische Merkmale. Betroffene verbringen oft sehr lange Zeit vor Bildschirmen, sei es durch Chatbots, soziale Medien oder intelligente Spiele. Die Vernachlässigung von Schule, Hobbys oder sozialen Kontakten ist ein weiteres Symptom, das sich bei den Betroffenen zeigt. Ohne den Einsatz von KI können Unruhe und schlechte Laune auftreten, und viele haben das Gefühl, „nicht mehr ohne zu können“.

Die Ursachen der KI-Sucht sind vielfältig und komplex. Eine zentrale Rolle spielt das Belohnungssystem des Gehirns, das durch den schnellen und unkomplizierten Zugang zu positiven Gefühlen aktiviert wird. Künstliche Intelligenz bietet sofortige, freundliche und empathische Antworten, was besonders für Menschen reizvoll ist, die sich einsam oder überfordert fühlen. Diese emotionalen Reaktionen können zu einer starken Bindung und schließlich zu einer Abhängigkeit führen.

Ein weiterer Faktor ist die Personalisierung der KI-Systeme, die dazu führt, dass sie immer besser auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben der Nutzer eingehen. Diese maßgeschneiderten Interaktionen können die Bildschirmzeit erheblich erhöhen und den Weg zur Sucht ebnen. Besonders Jugendliche sind häufig von einer riskanten Nutzung betroffen, die sich in einer krankhaften Verbindung zu diesen digitalen Plattformen äußert.

Die Folgen der KI-Sucht sind tiefgreifend und können das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Entzugserscheinungen, Kontrollverlust und eine Veränderung der Stimmung sind Anzeichen, die auf eine mögliche Abhängigkeit hinweisen. Die Betroffenen erleben oft Schwierigkeiten, sich von den Geräten zu lösen, selbst wenn sie es wollen.

Es ist wichtig, die KI-Sucht zu erkennen und zu behandeln. Psychotherapie und kognitive Verhaltenstherapie können helfen, einen achtsamen Umgang mit KI-Systemen zu erlernen. Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung und Austausch mit anderen Betroffenen, während erfahrene Psychologen und Therapeuten essenziell für die Behandlung sind.

Die KI-Sucht zeigt, wie wichtig es ist, ein Bewusstsein für die Risiken der digitalen Welt zu entwickeln und Maßnahmen zu ergreifen, um die negativen Auswirkungen zu minimieren.

Aussage Nie Selten Oft Sehr oft
Ich nutze KI länger als geplant
Nutze ich KI, wann immer ich einen freien Moment habe?
Verschweige oder lüge ich darüber, wie viel Zeit ich mit der Nutzung von KI verbringe oder welche Art von KI-generierten Inhalten ich konsumiere?
Empfinde ich Schuld oder Scham im Zusammenhang mit meiner Nutzung von KI?

Gibt es eine Aussage, die dich überrascht hat? Warum?

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Fallanalyse

  1. Untersuche das Fallbeispiel unter Einbeziehung der Merkmale aus dem Informationstext. 
  2. Identifiziere und erläutere die spezifischen Warnzeichen einer Sucht und deren langfristige negative Auswirkungen.
  3. Erarbeite zudem zwei konkrete Lösungsansätze, die dabei helfen könnten, die eigene Nutzung wieder unter Kontrolle zu bringen.
Die Folgen von KI-Sucht auf schulische Leistung

Die 15-jährige Aisha aus Mumbai hat eine Vorliebe für KI-gestützte Lernplattformen entwickelt. Anfangs halfen ihr diese Tools, ihre schulischen Leistungen zu verbessern. Doch mit der Zeit begann sie, sich übermäßig darauf zu verlassen und verlor das Interesse an traditionellen Lernmethoden. Der ständige Druck, ihre Leistung durch KI zu optimieren, führte zu Stress und Frustration. Aisha fühlte sich zunehmend überfordert und ihre Noten begannen zu sinken. Die Abhängigkeit von der KI beeinträchtigte ihre Fähigkeit, kritisch zu denken und eigenständig Probleme zu lösen. Langfristig könnte dies zu einem Verlust von Lernfähigkeiten führen, da sie die Fähigkeit zur selbstständigen Informationsverarbeitung und Analyse vernachlässigt. Ohne geeignete Maßnahmen riskieren Schüler wie Aisha, ihre schulische Laufbahn ernsthaft zu beeinträchtigen.

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Fallanalyse

  1. Beurteile die aktuelle Situation im Hinblick auf ein mögliches Suchtpotenzial.
  2. Wäge dabei die konstruktiven Vorteile der KI-Nutzung gegen die Anzeichen einer beginnenden Abhängigkeit ab.
  3. Formuliere auf dieser Basis drei sinnvolle Nutzungsregeln, die dabei unterstützen, eine gesunde Balance zwischen digitaler Hilfe und persönlichem Wohlbefinden zu wahren.
Kairos und die KI

Der 17-jährige Kairos aus Griechenland nutzt KI-gestützte Lernplattformen, um seine schulischen Leistungen zu verbessern. Dank der maßgeschneiderten Lernpläne und der sofortigen Rückmeldungen, die ihm helfen, seine Schwächen zu identifizieren und gezielt zu trainieren, hat er seine Noten erheblich verbessert. Doch die ständige Verfügbarkeit und die personalisierten Antworten ziehen ihn immer mehr in ihren Bann. Kairos verbringt zunehmend Zeit vor dem Bildschirm und vernachlässigt gelegentlich seine sozialen Kontakte. Die Grenze zwischen produktiver Nutzung und möglicher Abhängigkeit verschwimmt, da seine Begeisterung für die effiziente Unterstützung durch KI wächst. Obwohl er von den positiven Aspekten profitiert, stellt sich die Frage, wie weit diese intensive Nutzung gehen kann, ohne dass er den Kontrollverlust riskiert.

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KI-Nutzungs-Poster

Gestaltet in einer Gruppe zu viert ein übersichtliches und kreatives Mini-Plakat, das zeigt, wie man künstliche Intelligenz sinnvoll nutzen kann, ohne in eine Abhängigkeit zu geraten. Euer Poster soll anderen Schülerinnen und Schülern helfen zu verstehen, wo Chancen liegen und wo Vorsicht wichtig ist.

Pflichtbestandteile des Posters:

1. Drei „Do’s“ – Das ist sinnvoll

Formuliert 3 positive Regeln oder Tipps, wie KI hilfreich eingesetzt werden kann.

2. Drei „Don’ts“ – Das sollte man vermeiden

Formuliert 3 Warnhinweise oder Verbote, die zeigen, wann KI-Nutzung problematisch wird.

3. Symbol oder Logo

Entwerft ein eigenes Symbol, das für „gesunde KI-Nutzung“ steht.

4. Merkspruch / Slogan

Erfindet einen kurzen Satz, der sich gut merken lässt.

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Lösung für die Lehrkraft

Das Poster trägt den Titel „OHNE ABHÄNGIG ZU WERDEN“ und thematisiert den gesunden Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) beim Lernen. Es ist klar und farblich gegliedert, um die wichtigsten Tipps übersichtlich zu präsentieren.

Im oberen Bereich steht die zentrale Überschrift. Darunter befinden sich zwei Spalten: eine für die „DO’S“ (Was ist sinnvoll?) und eine für die „DON’TS“ (Was sollte man vermeiden?). 

**DO’S:**

1. „KI zur Unterstützung beim Lernen einsetzen“ – KI soll als Hilfsmittel und nicht als Ersatz genutzt werden.
2. „Lernziele selbstständig festlegen“ – Die eigene Zielsetzung bleibt wichtig, um selbstständig zu bleiben.
3. „Ausgewogene Bildschirmzeiten einhalten“ – Ein gesunder Rhythmus zwischen On- und Offline-Aktivitäten ist entscheidend.

Jede dieser Regeln wird mit einem blauen Häkchen-Symbol hervorgehoben.

**DON’TS:**

1. „KI-Tools ununterbrochen verwenden“ – Ständiger Gebrauch kann zur Abhängigkeit führen.
2. „In traditionellen Methoden nachlassen“ – Altbewährte Lerntechniken sollten nicht vernachlässigt werden.
3. „Soziale Kontakte vernachlässigen“ – Zwischenmenschliche Beziehungen und Zeit mit Freunden bleiben wichtig.

Diese Warnpunkte sind jeweils mit einem roten Kreuz-Symbol versehen.

**Symbol / Logo:**
In der Mitte des Plakats ist ein rundes, blaues Symbol mit einem weißen Checkzeichen darin abgebildet. Es symbolisiert eine gesunde, ausgewogene KI-Nutzung.

**Merkspruch / Slogan:**
Am unteren Rand steht groß und fett: „DOSIERT STATT ABHÄNGIG“. Das fasst die Grundmessage des Posters einprägsam zusammen – KI soll dosiert eingesetzt werden, um nicht in eine Abhängigkeit zu geraten.

Das Poster ist schlicht, klar strukturiert, farblich zwischen Blau (positiv, Do’s) und Rot (Warnung, Don’ts) gestaltet und unterstützt so die Orientierung. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler, um ihnen Chancen und Risiken der KI-Nutzung beim Lernen bewusst zu machen.