KI und Barrierefreiheit

KI und Barrierefreiheit

Zielsetzung: Das Arbeitsblatt sensibilisiert die Lernenden für die Potenziale von künstlicher Intelligenz zur Förderung der Inklusion und Barrierefreiheit. Ziel ist es zu verstehen, wie technologische Assistenzsysteme die Selbstständigkeit von Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag erhöhen können.


Inhalte und Methoden: Inhalte sind die Einführung in KI-gestützte Assistenzfunktionen für Menschen mit einer Beeinträchtigung, grundlegendes Wissen zu dieser Form der Beeinträchtigung, typische Barrieren im Alltag sowie ethische Fragestellungen zu Datenschutz, Zugänglichkeit und dem Verhältnis von menschlicher zu technischer Unterstützung. Ergänzt wird dies durch praxisnahe Fallanalysen und die Entwicklung eigener App-Ideen als Anwendung des Gelernten. Die Methoden umfassen die Zuordnung und Analyse konkreter KI-Funktionen, theoretische Impulse mit Hypothesenbildung, empathische Rollenspiele, szenariobasierte Fallarbeit, kreative Projektarbeit zur App-Konzeption sowie strukturierte Reflexions- und Diskussionsphasen zu ethischen Aspekten.


Kompetenzen:

  • Perspektivübernahme: Entwicklung von Empathie für die Lebensrealität von Menschen mit Beeinträchtigungen
  • Medien- und Technikkompetenz: Erkennen von KI als Werkzeug für Assistive Technologien
  • Problemlösefähigkeit: Transfer von technologischem Wissen auf komplexe Alltagshürden
  • Ethische Urteilsbildung: Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen


Zielgruppe und Niveau: Ab Klasse 8

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Target group and level

ab Klasse 8

Subjects

non-subject specific contentHealth and Social CareEthics

KI und Barrierefreiheit

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KI im Alltag erkennen

  1. Überlege, wo dir im Alltag bereits KI begegnet. Denke an Situationen in der Schule, zu Hause, beim Spielen, beim Einkaufen oder bei der Nutzung deines Smartphones. Nenne mindestens drei konkrete Beispiele.
  2. Ordne anschließend die passende Unterstützung der richtigen KI-Funktion zu.
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Einstieg

Lies den Informationstext aufmerksam durch und überlege, welche Schwierigkeiten Personen mit der beschriebenen Beeinträchtigung im Alltag haben könnten.

Einführung in das Thema Sehbehinderung

Eine starke Sehbehinderung bedeutet, dass die Sehkraft trotz optimaler Korrektur durch Brillen oder Kontaktlinsen erheblich eingeschränkt ist. Die betroffenen Personen haben eine Sehschärfe, die unter 30 Prozent liegt, was verschiedene Ursachen haben kann. Dazu gehören Gesichtsfeldausfälle oder eine erheblich eingeschränkte Sehschärfe, die nicht durch Sehhilfen verbessert werden kann. Im Alltag stehen sehbehinderte Menschen vor vielen Herausforderungen, insbesondere bei der Orientierung im Straßenverkehr und beim Lesen von Texten. Es gibt jedoch zahlreiche Hilfsangebote und Technologien, die das Leben mit einer Sehbehinderung erleichtern und die Selbstständigkeit der Betroffenen fördern.

Stelle Hypothesen auf, wo Personen mit dieser Beeinträchtigung Probleme im Alltag haben könnten.

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Rollenspiel

Arbeite mit einer Partnerin / einem Partner.

Schritt 1:

Person A spielt eine Person mit der Beeinträchtigung des Grundlagentextes.

Person B spielt eine Entwicklerin / einen Entwickler einer KI-App.

Schritt 2:

Diskutiert 5 Minuten folgende Fragen:

  • Was ist im Alltag schwierig oder anstrengend?
  • Welche Hilfsmittel oder Unterstützungen gibt es bereits?
  • Welche Situationen könnten durch Technologie unterstützt werden (z. B. durch KI), auch wenn ihr noch keine eigene App entwickelt?

Schritt 3:

Wechselt die Rollen.

Notiert anschließend die drei wichtigsten Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderungen. Beispiele: typische Probleme, notwendige Hilfen, mögliche digitale Unterstützung.

Mara's Alltag mit Sehbehinderung

Mara ist 14 Jahre alt und stark sehbehindert, was bedeutet, dass ihre Sehschärfe trotz Korrektur nicht mehr als 1/20 der normalen Sehfähigkeit beträgt. Im Alltag stellt dies zahlreiche Herausforderungen dar. Die Orientierung in ihrer Umgebung ist schwierig, da sie Hindernisse wie Treppenstufen oder Elektroroller nur schwer wahrnehmen kann, was das Risiko für Unfälle erhöht. Kommunikation und Informationsbeschaffung sind ebenfalls beeinträchtigt, da viele digitale Anwendungen nicht barrierefrei sind, was das Nutzen von Smartphones und Computern erschwert. Auch beim Lesen von gedruckten Medien benötigt sie Unterstützung. In der Küche ist die Zubereitung von Mahlzeiten kompliziert, da viele Geräte keine taktilen Markierungen besitzen. Mara kann jedoch auf verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen, die ihr helfen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und die Lebensqualität erheblich verbessern.

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Fallbeispiel analysieren und Lösungen entwickeln

Lies das Fallbeispiel aufmerksam durch. Überlege dir anschließend:

  • Welche Probleme hat sie/er konkret im Alltag?
  • Welche Situationen sind für sie/ihn besonders schwierig?
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Arbeitsauftrag

Nun sollst du selbst kreativ werden. Stelle dir vor, du entwickelst eine eigene KI-App.

  • Überlege dir einen passenden Namen für die App.
  • Beschreibe drei Funktionen, die bei der App besonders wichtig sind.
  • Erkläre anschließend, wie genau diese App helfen würde.

Versuche möglichst anschaulich zu schreiben, sodass andere deine Idee gut verstehen können.

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Reflexion und Meinungsbildung

Lies jede Aussage aufmerksam durch und entscheide, ob du zustimmst, teilweise zustimmst oder nicht zustimmst. Kreuze die passende Option an.

Wichtig:

Begründe deine Entscheidung jeweils in ein bis zwei vollständigen Sätzen. Es gibt hier kein „richtig“ oder „falsch“. Entscheidend ist, dass deine Begründung nachvollziehbar ist und zeigt, dass du über das Thema nachgedacht hast.

Aussage Stimme zu Teilweise Nicht zu Begründung
KI kann Barrieren im Alltag deutlich verringern.
KI sollte in allen Schulen eingesetzt werden, um Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen zu unterstützen.
KI kann menschliche Hilfe komplett ersetzen.
Alle KI-Programme sollten kostenlos sein, wenn sie Menschen mit Behinderungen helfen.
Bei der Nutzung von KI für Barrierefreiheit ist Datenschutz besonders wichtig.

Lösung für die Lehrkraft

Personen mit einer starken Sehbehinderung könnten in verschiedenen Bereichen des Alltags auf Probleme stoßen. Eine mögliche Herausforderung ist die Orientierung im Straßenverkehr, da sie Schwierigkeiten haben könnten, Verkehrszeichen und Ampeln zu erkennen oder Entfernungen richtig einzuschätzen. Auch beim Lesen von Texten, sei es in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Privatleben, könnten sie Probleme haben, da selbst mit Sehhilfen die Schrift oft schwer lesbar ist.

Darüber hinaus könnten sie Schwierigkeiten bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln haben, da Fahrpläne und Haltestellennamen möglicherweise nicht gut sichtbar sind. In sozialen Situationen könnte die eingeschränkte Fähigkeit, Gesichtsausdrücke und Gesten zu erkennen, zu Kommunikationsproblemen führen. Schließlich könnten alltägliche Aufgaben wie das Einkaufen, die Zubereitung von Mahlzeiten oder das Erkennen von Farben eine Herausforderung darstellen, was die Selbstständigkeit der betroffenen Personen einschränken könnte.

App-Name: SehHelfer:in

Funktionen der App:

  1. Umgebungsscanner: Diese Funktion nutzt die Kamera des Smartphones, um die Umgebung zu scannen und Hindernisse zu erkennen. Mithilfe von KI kann die App Treppen, Elektroroller oder unebene Gehwege identifizieren und die Nutzer:innen darauf aufmerksam machen. Zusätzlich wird ein akustisches Signal ausgegeben, um vor potenziellen Gefahren zu warnen.

  2. Textvorleser: Die App bietet eine Funktion, die gedruckte Texte erkennt und vorliest. Nutzer:innen können mit der Kamera ihres Smartphones auf Zeitungen, Bücher oder Menüs zeigen, und die App wandelt den Text in Sprache um. Dies erleichtert die Informationsbeschaffung und Kommunikation erheblich.

  3. Küchenassistent: Diese Funktion hilft bei der Zubereitung von Speisen. Die App kann mithilfe von Bilderkennung verschiedene Lebensmittel identifizieren und Tipps zur Zubereitung geben. Sie bietet auch Anleitungen zur sicheren Bedienung von Küchengeräten und warnt vor potenziellen Gefahren in der Küche.

Wie die App hilft:

SehHelfer:in würde stark sehbehinderten Personen im Alltag unterstützen, indem sie ihnen eine zuverlässige Orientierungshilfe bietet. Der Umgebungsscanner minimiert das Risiko von Stürzen und Verletzungen, indem er Hindernisse frühzeitig erkennt und darauf aufmerksam macht. Der Textvorleser erleichtert den Zugang zu gedruckten Informationen und fördert die Selbstständigkeit bei der Informationsbeschaffung. Der Küchenassistent unterstützt die sichere und selbstständige Zubereitung von Speisen, indem er praktische und leicht verständliche Anleitungen bietet. Insgesamt erhöht die App die Lebensqualität und Selbstbestimmung von sehbehinderten Menschen enorm.

Aussage Stimme zu Teilweise Nicht zu Begründung
KI kann Barrieren im Alltag deutlich verringern. Hilfsmittel wie Vorlesesysteme und Orientierungshilfen nutzen KI, um die Lebensqualität zu verbessern, aber es gibt noch viele Herausforderungen.
KI sollte in allen Schulen eingesetzt werden, um Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen zu unterstützen. Barrierefreie Technologien können den Zugang zu Bildung für alle verbessern.
KI kann menschliche Hilfe komplett ersetzen. Menschliche Unterstützung ist weiterhin notwendig, um komplexe Probleme zu lösen.
Alle KI-Programme sollten kostenlos sein, wenn sie Menschen mit Behinderungen helfen. Kostenlose Programme würden den Zugang zu wichtigen Hilfsmitteln erleichtern.
Bei der Nutzung von KI für Barrierefreiheit ist Datenschutz besonders wichtig. Der Schutz persönlicher Daten ist wichtig, um Vertrauen in diese Technologien zu gewährleisten.