Wundmanagement in der häuslichen Pflege: Chronische Wunden erkennen und versorgen
PreviewWas sind chronische Wunden eigentlich?
Chronische Wunden sind Wunden, die länger als acht Wochen bestehen. Zu den häufigsten Formen zählen das venöse, arterielle und gemischte Ulcus cruris, der Dekubitus sowie das Diabetische Fußsyndrom. Ein Ulcus cruris venosum entsteht durch venöse Stauung, meist infolge einer Varikosis oder postthrombotischen Insuffizienz.
Aktivieren Sie Ihr Vorwissen: Erstellen Sie eine Mindmap mit allen Aspekten, die Sie zu chronischen Wunden und deren Versorgung kennen. Besprechen Sie Ihre Ergebnisse anschließend im Plenum.
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„Wundprojekt“ in Kleingruppen
Aufgabe 1: Recherchieren Sie - zu Ihrer chronischen Wunde - die möglichen Ursachen der Wundentstehung, die Phasen der Wundheilung, Faktoren zur Förderung der Wundheilung sowie die möglichen Folgen einer falschen Behandlung und der daraus resultierenden Einschränkungen der Lebensqualität.
Aufgabe 2: Recherchieren und erarbeiten Sie, wie man ein Wundassessment durchführt, und lernen Sie verschiedene Dokumentationssysteme und Instrumente kennen, um eine fachgerechte Wundbeschreibung und -beurteilung vorzunehmen.
Aufgabe 3: Identifizieren Sie mögliche Inhalte für ein informierendes Gespräch mit Angehörigen. Entwickeln Sie eine Gesprächsstruktur, um kontraindizierte oder gesundheitsschädigende Versorgungsmaßnahmen anzusprechen und Lösungen anzubieten.
Übersicht: Anamnese- und Pflegebögen bei Tumorwunde von Herrn Z.
Herr Z. leidet an einer chronischen Tumorwunde. Im Folgenden sind beispielhaft die ausgefüllten Inhalte eines Anamnese- und Pflegebogens für die Situation von Herrn Z. aufgeführt.
Anamnesebogen
Name: Herr Z.
Geburtsdatum: 15.03.1948
Größe/Gewicht: 178 cm / 82 kg
Behandelnder Arzt: Dr. Meyer, Tel. 01234/56789
Verantwortliche Pflegefachkraft: Frau Schulze, Tel. 01234/98765
Wundart: Tumorwunde am linken Oberschenkel, Grunderkrankung: malignes Tumorleiden
Wunde besteht seit: 7 Monaten
Bisherige Wundtherapie: Feuchte Wundauflage, lokale Antiseptika, Schmerztherapie mit Paracetamol und Morphin
Medikamente: siehe Medikamentenplan
Allergien/Unverträglichkeiten: Keine bekannt
Begleiterkrankungen: Hypertonie, Diabetes mellitus Typ 2
Operationen: Keine relevanten Voroperationen
Immunstatus: Immungeschwächt durch Tumorerkrankung
Soziales Umfeld: Lebt mit Ehefrau in Erdgeschosswohnung, Tochter wohnt in der Nähe und unterstützt regelmäßig
Selbstständigkeit: Teilweise hilfebedürftig, benötigt Unterstützung bei Körperpflege und Mobilität
Lebensgewohnheiten: Nichtraucher, kein Alkohol, keine Drogen, Bewegung eingeschränkt
Geistiger/seelischer Zustand: Wach, orientiert, leicht niedergeschlagen, aber kooperativ
Information über Krankheitsbild: Patient ist informiert und akzeptiert die Situation, wünscht schmerzarme Pflege
Kontinenz: Kontinent
Pflegebogen (Wunddokumentation)
- Datum: 15.06.2024
- Wundlokalisation: Linker Oberschenkel, ventrolateral
- Wundgröße: Länge 7,5 cm, Breite 5 cm, Tiefe 1,2 cm
- Wundrand: Gerötet, leicht unterminiert, teilweise mazeriert
- Wundumgebung: Gerötet, ödematös, Spannungsgefühl, keine Blasen
- Wundgrund: Tumorgewebe sichtbar, nekrotische Areale, Fibrinbeläge, wenig Granulationsgewebe
- Wundexsudation: Mittel, serös-blutig
- Wundgeruch: Ja, süßlich-faulig
- Wundschmerz: Dauerhaft, VAS 6/10, verstärkt beim Verbandwechsel
- Entzündungszeichen: Rötung, Überwärmung, Schwellung vorhanden
- Therapie: Alginatverband, sterile Abdeckung, Wundspülung mit Ringerlösung, Schutz der Wundränder mit Zinksalbe
- Verbandwechsel: Alle 2 Tage oder bei Durchfeuchtung, schmerzlindernde Medikation 30 Minuten vor Verbandwechsel
- Mobilität: Eingeschränkt, Gehhilfe erforderlich
- Zusatzmaßnahmen: Hautpflege, Unterstützung bei Körperpflege, Förderung sozialer Kontakte, Gespräche zur Krankheitsbewältigung
- Dokumentation: Fotodokumentation alle 2 Wochen nach Rücksprache und mit Einwilligung des Patienten
- Handzeichen/Unterschrift: Frau Schulze
Diese Übersicht bildet die Grundlage für die pflegerische Versorgung und Dokumentation bei Herrn Z. mit chronischer Tumorwunde.
Hier finden Sie Platz für Ihre Recherche.
Hier finden Sie Platz für Ihre Ausarbeitungen der Gesprächsstruktur.
Abschluss und Reflexion
Präsentation: Jede Gruppe präsentiert ihre Ergebnisse kurz im Plenum. Die anderen Lernenden vergleichen und ergänzen die Ausarbeitungen.
Reflexion: Reflektieren Sie, wie Sie in einer ähnlichen Situation in der Praxis handeln würden. Der Fokus liegt darauf, die Perspektive von Angehörigen oder Betreuungspersonen zu verstehen und vermittelnde Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Ziel ist es, Hypothesen für die Gründe problematischer Verhaltensweisen zu bilden und daraus Lösungswege abzuleiten.