Mit einem Drehbuch arbeiten: Der Investiturstreit

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👨‍🏫 Hinweis für Lehrkräfte

Das Drehbuch wurde auf Basis des nachfolgenden Videos von "simpleclub" erstellt. De zusätzlichen Aufgaben arbeiten nur mit dem Drehbuch und dessen Inhalten.

Drehbuch: Der Investiturstreit (1075–1122)

Szene 1: 1075 – Streit um die Investitur beginnt

Ort: Königshof und Rom (abwechselnd)
Personen: Erzähler, Heinrich IV. (deutscher Kaiser), Papst Gregor VII., Bischof (von Heinrich eingesetzt)

Erzähler: Wir sind im Jahr 1075. Seit vielen Jahren nehmen sich die deutschen Kaiser das Recht zur Investitur raus, obwohl das eigentlich Sache des Papstes ist. Investitur heißt: Es wird ein Bischof eingesetzt und ihm symbolisch Ring und Stab überreicht.

Heinrich IV.: Treue Leute werden als Bischöfe eingesetzt. Das ist wichtig für die Macht.

Bischof: Ring und Stab werden empfangen. Damit ist man jetzt Bischof und hat das Amt.

Gregor VII.: Es wird gegen diese Praxis gewehrt. Die Bischöfe, die Heinrich eingesetzt hat, werden nicht anerkannt.

Heinrich IV.: Es wird nicht eingesehen, warum das aufgegeben werden soll.

Gregor VII.: Dann eskaliert der Konflikt.

Erzähler: Damit beginnt der Machtkampf zwischen Heinrich IV. und Papst Gregor VII. – der Investiturstreit.


Szene 2: 1076 – Exkommunikation

Ort: Rom / Reich (Nachrichten werden ĂĽberbracht)
Personen: Erzähler, Gregor VII., Heinrich IV., Deutscher Fürst 1, Deutscher Fürst 2

Erzähler: 1076 spitzt sich alles zu. Papst Gregor VII. exkommuniziert Heinrich IV., also schließt ihn aus der Kirche aus.

Gregor VII.: Heinrich wird aus der Kirche verbannt. Das nennt man Exkommunizieren.

Heinrich IV.: Aus der Kirche ausgeschlossen? Das ist ein groĂźer Angriff auf die Stellung.

Deutscher Fürst 1: Heinrich, es wird Druck gemacht. Das Problem muss gelöst werden.

Deutscher Fürst 2: Sonst wird ein neuer König gewählt.

Heinrich IV.: Es muss gehandelt werden, sonst geht die UnterstĂĽtzung verloren.

Erzähler: Heinrich steht jetzt nicht nur gegen den Papst, sondern auch unter Druck der Fürsten.


Szene 3: 1077 – Der Gang nach Canossa

Ort: Burg Canossa, Norditalien
Personen: Erzähler, Heinrich IV., Gregor VII.

Erzähler: 1077 kommt es zum berühmten Gang nach Canossa. Der Papst ist auf der Burg Canossa in Norditalien. Heinrich kommt ohne Heer, alleine, und bittet unterwürfig um Vergebung.

Heinrich IV.: Es wird hier allein gestanden und unterwĂĽrfig um Vergebung gebeten.

Gregor VII.: Als Seelsorger kann nicht auf hart gemacht werden.

Gregor VII.: Es wird vergeben und die Aufnahme in die Kirche erfolgt.

Heinrich IV.: Dann ist wieder Teil der Kirche.

Erzähler: Heute benutzt man „Gang nach Canossa“ als Redewendung, wenn jemand ganz unterwürfig um Vergebung bittet. Aber der Investiturstreit ist damit noch nicht vorbei.


Szene 4: Danach – Weiterer Machtkampf und Gegenpapst

Ort: Reich und Rom
Personen: Erzähler, Heinrich IV., Gregor VII., Fürst (Gegner Heinrichs), Gegenkönig, Gegenpapst

Erzähler: Heinrichs Position bleibt schwierig. Es bleibt ein Machtkampf gegen den Papst und auch ein Machtkampf gegen einige Fürsten.

Fürst: Es wird ein Gegenkönig eingesetzt.

Gegenkönig: Es wird jetzt als Gegenkönig eingesetzt.

Gregor VII.: Heinrich wird erneut aus der Kirche verbannt.

Heinrich IV.: Das wird nicht hingenommen.

Heinrich IV.: Es wird ein Gegenpapst eingesetzt, ein eigener Papst.

Gegenpapst: Es wird als Gegenpapst eingesetzt.

Erzähler: Der Machtkampf hat viele politische Hintergründe. Irgendwann sterben Heinrich IV. und auch Papst Gregor VII., aber der Investiturstreit geht weiter: ein allgemeiner Machtkampf zwischen weltlichem Herrscher und Papsttum – bis 1122.


Szene 5: 1122 – Wormser Konkordat (Kompromiss)

Ort: Worms
Personen: Erzähler, Heinrich V., Papst Calixt II., Bischof

Erzähler: 1122 endet der Investiturstreit mit dem Wormser Konkordat. Heinrich V. und Papst Calixt II. einigen sich auf einen Kompromiss.

Heinrich V.: Es wird eine Lösung gebraucht. Es geht um weltliche Machtfragen.

Calixt II.: Und um kirchliche Fragen. Deshalb wird getrennt.

Bischof: Ab sofort gibt es zwei getrennte Ämter: geistliche Aufgaben und weltliche Verwaltungsaufgaben.

Heinrich V.: In weltlichen Dingen darf bestimmt werden, wo es langgeht.

Calixt II.: In allen kirchlichen Fragen sind die Bischöfe dem Papst unterstellt.

Bischof: Es wird kirchlich gewählt.

Heinrich V.: Es darf dabei anwesend sein und im Zweifel den Ausschlag geben.

Heinrich V.: Es wird auf die symbolische Ăśberreichung von Ring und Stab verzichtet.

Erzähler: Insgesamt kann man sagen: Das Papsttum gewinnt. Der Papst ist jetzt eine eigenständige Macht. Ende des Investiturstreits (1075–1122).

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