Mini-Reportage planen und schreiben

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Mini-Reportage zum Klassenchat

Leitfrage: „Was passiert, wenn im Klassenchat Grenzen überschritten werden – und wie reagieren Menschen?“
Umfang: ca. 20 Sätze
Wichtig: Eine Reportage informiert und gibt gleichzeitig Atmosphäre wieder („Kino im Kopf“). Sie wird im Präsens geschrieben und stützt sich auf nachweisbare Fakten. Außerdem beleuchtet sie das Thema aus verschiedenen Perspektiven.


📋 Regeln für fairen Journalismus (unbedingt einhalten)

  • Keine Namen, keine erkennbaren Details (keine Fotos/Profilbilder, keine exakten Chat-Namen, keine „alle wissen, wer das ist“-Hinweise).
  • Keine Bloßstellung: nicht lächerlich machen, nicht „fertigmachen“, keine Beleidigungen wiederholen.
  • Fair berichten: Beschreibe Verhalten und Wirkung, nicht „der/die ist so…“.

4-Schritt-Struktur (So schreibt ihr eure Mini-Reportage)

1) Einstieg als Szene im Präsens (5–6 Sätze)

Schreibe einen szenischen Einstieg: Du bist mitten im Geschehen. Beschreibe, was du siehst, hörst oder fühlst mit kurzen und einfachen Sätzen.
Hier sind ein paar Ideen:

  • Wo und wie? Zum Beispiel: Klassenchat, Handy, Bildschirm, Benachrichtigungston…
  • Stimmung: angespannt, aufgeregt, peinlich, wütend…
  • Sinneseindrücke: Zum Beispiel: „Das Display leuchtet“, „Mein Herz klopft“, „Meine Finger zittern“

Hilfen für Formulierungen:

  • „Es ist … Uhr, mein Handy vibriert und…“
  • „Auf dem Bildschirm erscheint…“
  • „Im Chat passiert plötzlich…“
  • „Ich spüre…, während…“

2) Fakten + Zitat einbauen (8–10 Sätze)

Jetzt schreibst du sachlich und klar: Nenne mindestens 2 Fakten, die man genau überprüfen kann, und baue 1 Zitat ein.

Beispiele für überprüfbare Fakten – sucht eure eigenen aus:

  • „Im Chat werden drei Screenshots weitergeschickt.“
  • „Innerhalb von zehn Minuten kommen über 30 Nachrichten.“
  • „Es gibt eine Sprachnachricht, in der…“
  • „Jemand löscht fünf Nachrichten, aber andere haben sie schon gelesen.“

Zitat (1x) – von einer Rolle, nicht von einer echten Person:
Das Zitat kann von zum Beispiel einer Mitschülerin, einem Mitschüler, der Klassensprecherin, dem Klassenlehrer oder einem Beobachter sein.

  • Beispiel: „Ich wollte nur einen Witz machen, aber jetzt merke ich, dass es zu weit ging, sagt ein Mitschüler.“

Wichtig: Setze das Zitat in Anführungszeichen und schreibe dazu, wer es sagt oder meint.

3) Einordnung + Perspektivwechsel (3–4 Sätze)

Erkläre: Warum ist das ein Problem? Was passiert in der Klasse, wenn so etwas im Chat passiert?
Wechsle dann die Sichtweise: Zum Beispiel vom Zuschauer zur betroffenen Person oder zur Person, die etwas geschrieben hat.

Mögliche Sichtweisen:

  • Betroffene Person: Wie fühlt es sich an, wenn jemand Grenzen überschreitet?
  • Mitläufer/Gruppe: Warum schicken manche Leute Nachrichten weiter?
  • Die Person, die etwas schreibt: Was wollte sie erreichen – und was passiert wirklich?
  • Lehrer oder Klassensprecher: Welche Regeln können jetzt helfen?

Hilfen für Formulierungen:

  • „Das ist mehr als nur ein Streit, weil…“
  • „Für die betroffene Person bedeutet das…“
  • „Aus der Sicht von … sieht das so aus: …“
  • „Während einige …, versucht …“

4) Überarbeitung im Paar: Mini-Schreibkonferenz (ca. 5 Minuten)

Lest euch eure Texte gegenseitig vor und gebt euch freundliches und respektvolles Feedback. Danach verbessert jeder seinen eigenen Text.

Checkliste beim Überarbeiten:

  • Kino im Kopf: Gibt es eine Szene, die man sich gut vorstellen kann?
  • Präsens: Ist alles in der Gegenwart geschrieben?
  • Fakten: Sind 2 überprüfbare Fakten deutlich zu erkennen?
  • Zitat: Gibt es 1 Zitat mit einer Person, die es sagt?
  • Respekt: Keine Namen, keine Bloßstellung, fairer Ton.
  • Perspektivwechsel: Mindestens zwei verschiedene Blickwinkel sind dabei.

Kriterienliste + Satzstarter für respektvolles Feedback

Nutzt diese Satzstarter im Paar (kurz, konkret, freundlich):

Was ist schon stark?

  • „Stark, weil…“ (z. B. „…ich die Stimmung sofort spüre.“)
  • „Mir gefällt besonders…, weil…“
  • „Die Szene am Anfang wirkt, weil…“

Was könnte noch klarer werden?

  • „Noch klarer wäre…, wenn…“
  • „Ich habe nicht ganz verstanden…, vielleicht könntest du…“
  • „Ein Fakt/Zeitangabe wäre hilfreich, z. B.…“

Sprache & Fairness

  • „Respektvoll wirkt dein Text, weil…“
  • „Achte darauf, niemanden bloßzustellen: Vielleicht formulierst du… neutraler.“
  • „Ohne Namen ist es fairer – du könntest stattdessen… (‚eine Person‘/‚ein Mitschüler‘) schreiben.“

Notizen