Stoffumwandlung
Zielsetzung: Das Arbeitsblatt dient der grundlegenden Unterscheidung zwischen chemischen Reaktionen und physikalischen Änderungen. Die Lernenden sollen befähigt werden, Vorgänge aus dem Alltag fachlich korrekt einzuordnen und die zugrunde liegenden Veränderungen auf Teilchenebene zu verstehen.
Inhalte und Methoden: Die Vermittlung erfolgt durch die Kombination einer lebensnahen Fallstudie mit theoretischem Fachwissen und interaktiven Aufgaben: Ausgehend von Alltagsbeobachtungen werden die Unterschiede zwischen chemischen Reaktionen und physikalischen Veränderungen anhand zentraler Merkmale wie Stoffumwandlung, Energieumsatz und Reversibilität erarbeitet. Anschließend sichern Vergleichs- und Kontrollaufgaben das Verständnis, bevor die Lernenden ihr Wissen durch eigene Beispiele in Partnerarbeit anwenden und vertiefen.
Kompetenzen:
- Fachkompetenz: Unterscheidung von chemischen und physikalischen Prozessen anhand definierter Merkmale (Stoffeigenschaften, Teilchenebene)
- Erkenntnisgewinnung: Anwendung von Fachwissen auf Alltagsphänomene zur Identifikation von Stoffumwandlungen
- Kommunikationskompetenz: Kooperative Erarbeitung und Austausch von Anwendungsbeispielen in Kleingruppen
Zielgruppe und Niveau: Ab Klasse 7
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Target group and level
Ab Klasse 7
Subjects
Stoffumwandlung

Einstieg: Was denkst du?
- Lies dir das Fallbeispiel durch.
- Überlege dir, welche Veränderungen zu beobachten sind.
- Stelle erste Vermutungen darüber auf, bei welchen der genannten Alltagsvorgänge tatsächlich neue Stoffe entstehen könnten.
Fallbeispiel Stoffumwandlung mit Eis
An einem warmen Sommernachmittag sitzt Mia in der Küche und bereitet sich ein kaltes Getränk zu. Sie nimmt eine Eiswürfelform aus dem Gefrierfach, in der klare, harte Eiswürfel liegen. Die Eiswürfel fühlen sich sehr kalt und glatt an, wenn sie sie mit den Fingern berührt. Sie gibt mehrere Eiswürfel in ein Glas und gießt Leitungswasser darüber. Zunächst schwimmen die Eiswürfel oben und klirren leise aneinander, wenn sie das Glas bewegt. Nach einigen Minuten bemerkt Mia, dass die Eiswürfel kleiner werden und an den Rändern rundlicher aussehen. Es bilden sich kleine Wassertropfen an der Außenseite des Glases, die langsam nach unten laufen und den Tisch leicht feucht machen. Das Wasser im Glas fühlt sich mit der Zeit kühler an, wenn sie es in die Hand nimmt. Später stellt Mia das Glas mit dem inzwischen vollständig geschmolzenen Eis auf den Balkon in die Sonne. Nach längerer Zeit ist weniger Wasser im Glas zu sehen, und an der warmen Luft über dem Glas wirkt es, als würde feiner Dampf aufsteigen, ohne dass sich Farbe oder Geruch des Wassers verändert.
Was denkst du? Ist hier ein neuer Stoff entstanden? Warum (nicht)?
Was denkst du: Bei welchen Vorgängen entstehen neue Stoffe? Stelle Vermutungen an.
Fachwissen aufarbeiten
- Erarbeite dir die Unterschiede zwischen einer chemischen Reaktion und einer physikalischen Änderung, indem du den Informationstext liest.
- Achte dabei besonders auf die Merkmale der Stoffeigenschaften, den Aufbau der Teilchen und die Umkehrbarkeit der Vorgänge.
- Nutze diese Informationen, um im Anschluss die Tabelle und die Richtig/Falsch-Aussagen zu bearbeiten.
Chemische Reaktion und physikalische Änderung
Bei einer chemischen Reaktion werden aus vorhandenen Stoffen neue Stoffe gebildet. Die Teilchen der Ausgangsstoffe ordnen sich dabei um: Alte chemische Bindungen werden gelöst, neue Bindungen entstehen. Die Atome bleiben zwar erhalten, aber sie sind anders miteinander verknüpft. Dadurch ändern sich die Eigenschaften deutlich, zum Beispiel Farbe, Geruch, Brennbarkeit oder Löslichkeit. Oft wird auch Energie in Form von Wärme frei oder aufgenommen. Ein typisches Merkmal ist, dass die entstandenen Stoffe nicht einfach wieder in die ursprünglichen Stoffe zurückverwandelt werden können.
Eine physikalische Änderung liegt vor, wenn sich nur der Zustand oder die Form eines Stoffes verändert, der Stoff selbst aber gleich bleibt. Die Teilchen werden dabei weder neu zusammengesetzt noch entstehen neue Stoffe. Es ändert sich lediglich, wie dicht sie beieinanderliegen oder wie sie im Raum angeordnet sind. Beispiele sind das Ändern des Aggregatzustands oder das Verformen eines Körpers. Die Eigenschaften wie chemische Zusammensetzung und Geruch bleiben gleich.
Der wichtigste Unterschied ist also: Bei einer chemischen Reaktion entstehen neue Stoffe mit neuen Eigenschaften, bei einer physikalischen Änderung bleibt der Stoff derselbe. Physikalische Änderungen sind meist gut rückgängig zu machen, chemische Reaktionen dagegen oft nur schwer oder gar nicht. So kannst du im Alltag prüfen: Beobachtest du neue Stoffe, handelt es sich um eine chemische Reaktion; ändert sich nur Zustand oder Form, ist es eine physikalische Änderung.
Vergleich: Chemische Reaktion vs. Physikalische Änderung
| Merkmal | Chemische Reaktion | Physikalische Änderung |
|---|---|---|
| Neue Stoffe entstehen | ||
| Energieumsatz | ||
| Rückgängig machbar |
Aussagen richtig oder falsch?
| Aussage | Richtig | Falsch |
|---|---|---|
| Beim Schmelzen entstehen neue Stoffe. | ||
| Rost ist ein neuer Stoff. | ||
| Eine chemische Reaktion ist immer rückgängig machbar. | ||
| Verdampfen ist eine physikalische Änderung. |
Erkenentnis
Nutze dein neu gewonnenes Fachwissen, um fachlich begründet zu entscheiden, ob der Vorgang im Fallbeispiel eine chemische Reaktion oder eine physikalische Änderung darstellt.
Anwendung
- Findet euch anschließend in Partnerarbeit zusammen und entwerft ein eigenes Beispiel für eine Stoffveränderung aus dem Alltag.
- Tauscht euer Beispiel mit einer anderen Gruppe aus und überprüft gegenseitig, ob ihr den Vorgang korrekt zuordnen könnt.
Beispiel
Lösung f ür die Lehrkraft
Beim Schmelzen entstehen keine neuen Stoffe, daher ist die Aussage falsch.
Rost ist ein neuer Stoff mit anderen Eigenschaften, daher ist die Aussage richtig.
Eine chemische Reaktion ist meist nicht oder nur schwer rückgängig zu machen, daher ist die Aussage falsch.
Verdampfen ist eine physikalische Änderung, daher ist die Aussage richtig.