Konsum - Unser Konsumverhalten und dessen Auswirkungen
Zielsetzung: Ziel ist die kritische Analyse des eigenen Konsums sowie das Verständnis globaler ökologischer und sozialer Folgen. Die Lernenden sollen zwischen Bedürfnissen und Wünschen differenzieren und eine verantwortungsbewusste Haltung im Sinne des ökologischen Imperativs entwickeln.
Inhalte und Methoden: Das Arbeitsblatt führt über Bestandsaufnahmen und Videoanalysen in das Thema ein. Ein spezifischer Bereich wird mittels Mindmapping (Herstellung, Werbung, Entsorgung) untersucht. Es folgen philosophische Reflexionen zu Freiheit und Abhängigkeit sowie die Erarbeitung von Handlungsregeln nach Hans Jonas.
Kompetenzen:
- Urteilskompetenz: Anwendung des ökologischen Imperativs auf das eigene Kaufverhalten
- Systemkompetenz: Verständnis globaler Wertschöpfungsketten und Dekonstruktion ökologischer Folgen
- Reflexionskompetenz: Prüfung eigener Motive (Bedürfnis vs. Wunsch) und Erkennen von Werbestrategien
- Gestaltungskompetenz: Entwurf von Regeln für einen nachhaltigeren Lebensstil
Zielgruppe und Niveau:
Ab Klasse 7
50 other teachers use this template
Target group and level
ab Klasse 7
Subjects
Konsum - Unser Konsumverhalten und dessen Auswirkungen

Bestandsaufnahme – Ich und mein Konsum
Der Einstieg: Was bedeutet eigentlich „Konsum“?
Bevor wir uns ein spezielles Produkt anschauen, müssen wir verstehen, dass Konsum weit mehr ist als nur Einkaufen. Es ist die Art und Weise, wie wir Ressourcen der Erde nutzen, um unsere Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen. Oft konsumieren wir jedoch Dinge, die wir gar nicht „brauchen“, sondern nur „wollen“.
📝 Arbeitsauftrag: Schau dir das Video aufmerksam an und beantworte anschließend die Fragen.
Reflexion über Fast Fashion
📝 Arbeitsauftrag: Nimm dir einen Moment Zeit und reflektiere dein eigenes Verhalten in Bezug auf den Konsumbereich/das Produkt Fast Fashion. Notiere stichpunktartig:
Was steckt dahinter?
Hinter jedem Produkt steht eine unsichtbare Kette. Wenn wir etwas konsumieren, setzen wir eine Lawine in Gang: Rohstoffe werden abgebaut, Menschen arbeiten unter bestimmten Bedingungen, und am Ende bleibt oft Müll zurück. Ein philosophischer Blick versucht, das „Ganze“ zu sehen, nicht nur das fertige Produkt im Regal.
Analyse von Fast Fashion
📝 Arbeitsauftrag: Analysiere den Konsumbereich Fast Fashion genauer. Erstelle eine Mindmap, in der du folgende Aspekte untersuchst:
Herstellung: Welche Ressourcen (Umwelt) und welche Arbeitskraft (Menschen) sind nötig?
Verbreitung: Wie wird das Produkt beworben? Verspricht die Werbung mehr, als das Produkt halten kann?
Entsorgung/Folgen: Was passiert, wenn das Produkt nicht mehr genutzt wird? Welche langfristigen Folgen entstehen für die Welt?
Lade Zeichenfeld...
MUSTERLÖSUNG FÜR DIE LEHRKRAFT!!!
Philosophische Reflexionsaufgabe zu Konsum und Freiheit
📝 Arbeitsauftrag: Lies dir die folgende philosophische Fragestellung durch und verfasse eine kurze Antwort (ca. 5–8 Sätze):
„Macht uns der ständige Konsum von Fast Fashion wirklich freier, weil wir mehr Auswahl haben, oder schränkt er unsere Freiheit ein, weil wir glauben, ohne dieses Produkt nicht mehr glücklich sein zu können?“ Beziehe dich dabei auf deine eigenen Erfahrungen aus den Reflexionsaufgaben.
✒️ Hier findest du Platz für deine Ausarbeitung.
Musterlösung
Der Konsum von Fast Fashion verspricht uns eine größere Auswahl und die Möglichkeit, unseren individuellen Stil ständig zu verändern, was zunächst als eine Erweiterung unserer Freiheit erscheint. Diese Vielfalt ermöglicht es uns, unsere Persönlichkeit durch Kleidung auszudrücken und uns an wechselnde Trends anzupassen. Doch parallel dazu entsteht ein Druck, stets up-to-date zu sein, und der Gedanke, dass Glück und Zufriedenheit von der neuesten Mode abhängen, kann unsere Freiheit erheblich einschränken. Aus eigener Erfahrung kenne ich das Gefühl, dass der Besitz der aktuellsten Kleidungsstücke ein kurzfristiges Hochgefühl erzeugt, das jedoch schnell verblasst und einem neuen Bedürfnis Platz macht. Langfristig führt dieser Kreislauf zu einer Abhängigkeit vom Konsum und einem Verlust der Fähigkeit, wahres Glück unabhängig von materiellen Gütern zu finden. Schlussendlich ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass echte Freiheit nicht aus der Masse an verfügbaren Gütern, sondern aus der Fähigkeit, unabhängig von ihnen glücklich zu sein, resultiert.
Verantwortung und Handeln
Der Philosoph Hans Jonas formulierte den „Ökologischen Imperativ“: Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung nicht zerstörerisch sind für die künftige Möglichkeit echten menschlichen Lebens auf Erden. Das bedeutet für uns: Wir müssen prüfen, ob unser heutiger Konsum die Welt von morgen kaputt macht.
Arbeitsauftrag für verantwortungsbewussten Konsum im Bereich Fast Fashion
📝 Arbeitsauftrag: Entwirf ein „Manifest für verantwortungsbewussten Konsum“ für den Bereich Fast Fashion. Formuliere drei konkrete Handlungsregeln, die du in deinem direkten Lebensumfeld (Schule, Familie, Freizeit) umsetzen könntest, um kritischer mit diesem Konsum umzugehen.
💡Handlungsregeln
Arbeitsauftrag: Risiken von Fast Fashion
📝 Arbeitsauftrag Partnerarbeit: Beurteile die Risiken: Was könnte passieren, wenn dein gesamtes Umfeld den Konsum von Fast Fashion in den nächsten 10 Jahren extrem steigert? Diskutiert kurz die sozialen oder ökologischen Folgen.
| Soziale Folgen | Ökologische Folgen |
|---|---|
Musterlösung
| Soziale Folgen | Ökologische Folgen |
|---|---|
| Ein Anstieg des Fast-Fashion-Konsums könnte zu einer erhöhten Nachfrage nach billiger Arbeitskraft führen, was die Ausbeutung von Arbeiter:innen in Entwicklungsländern verstärken könnte. | Die Produktion von Fast Fashion führt zu einem erhöhten Einsatz von Chemikalien und Wasserverbrauch, was die Umweltverschmutzung und die Belastung der Wasserressourcen verschärfen könnte. |
| Durch den Fokus auf schnelle und billige Produktion könnten die Arbeitsbedingungen und Löhne für Textilarbeiter:innen weiter verschlechtert werden. | Die schnelle Entsorgung von Kleidung führt zu einer Zunahme von Textilabfällen, die Deponien überfüllen und die Umwelt belasten. |
| Die Konsumhaltung könnte die soziale Ungleichheit verstärken, indem sie den Druck auf Menschen erhöht, sich ständig neue Kleidung zu kaufen, um gesellschaftlichen Erwartungen gerecht zu werden. | Die erhöhte Produktion von synthetischen Fasern aus Erdölprodukten kann den CO2-Ausstoß erhöhen und zur globalen Erwärmung beitragen. |
Arbeitsauftrag zur Reflexion über Fast Fashion
📝 Arbeitsauftrag: Fasse deine Erkenntnisse in einem Satz zusammen, der mit folgendem Satzanfang beginnt:
"In Bezug auf den Konsum von Fast Fashion habe ich heute erkannt, dass Verantwortung für mich bedeutet, dass…"
Glossar
Konsum: Die Nutzung von Gütern und Dienstleistungen, um Wünsche oder Bedürfnisse zu befriedigen.
Bedürfnis vs. Wunsch: Ein Bedürfnis ist lebensnotwendig (z. B. Wasser), während ein Wunsch ein Verlangen nach Extras ist (z. B. Marken-Sneaker).
Nachhaltigkeit: Nur so viel zu verbrauchen, wie die Natur auch wieder regenerieren kann, um die Zukunft nicht zu gefährden.
Ökologischer Imperativ (Hans Jonas): Die ethische Regel, so zu handeln, dass die Erde auch für nachfolgende Generationen bewohnbar bleibt.
Verantwortung: Die Pflicht, die Folgen des eigenen Kaufverhaltens für die Umwelt und andere Menschen (z. B. Arbeitsbedingungen) zu bedenken.
Konsumkritik: Das Hinterfragen, ob ständiges Kaufen wirklich glücklich macht oder ob wir durch Werbung manipuliert werden.
„Nicht der ist reich, der viel hat, sondern der, der wenig braucht.“ (Epikur)